Werbung

Einsamer Rufer im Amazonas

Martin Ling über den Brasilien-Besuch von Entwicklungsminister Gerd Müller

  • Von Martin Ling
  • Lesedauer: 1 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

»Wir werden das Klima nicht allein in Deutschland retten. 98 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes findet außerhalb Deutschlands statt.« Es ist ein Verdienst des deutschen Entwicklungsministers Gerd Müller, dass er immer wieder im Prinzip banale Tatsachen ausspricht, die in der Realpolitik oft untergehen. Ob in Bezug auf Klimaschutz oder den Welthandel zu Lasten des Globalen Südens oder die Ignoranz deutscher Multis gegenüber katastrophalen Arbeitsstandards bei ihren Zulieferern.

Auch bei seiner Brasilienreise sparte Müller nicht mit bedenkenswerten Aussagen. Das gerade abgeschlossene Freihandelsabkommen der EU mit dem südamerikanischen Mercosur dürfe nicht zu weiterer Abholzung führen, um die neuen Märkte zu versorgen. Doch auch wenn Müller sagt, er hätte den brasilianischen Umweltminister von der Notwendigkeit des Regenwaldschutzes und einem Stopp der Entwaldung überzeugt, so sprechen die Fakten dagegen. Um 60 Prozent hat die Abholzung allein 2019 nach Angaben von Müllers Ministerium zugenommen. Alles spricht dafür, dass das Freihandelsabkommen die häufig illegale Abholzung weiter forciert, schließlich öffnet die EU ihren Markt für weitere Fleisch- und Sojaimporte. Und Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro ist ein erklärter Freund der Agrarlobby, Müllers Rufe werden im Amazonas verhallen.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!