Werbung

Ein irrer Prinz?

Karlen Vesper über Hohenzollern-Ansprüche und Geheimverhandlungen

  • Von Karlen Vesper
  • Lesedauer: 1 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

»O König von Preußen,/ du großer Potentat,/ ich bin deines Dienstes/ so überflüssig satt./ Was fangen wir nur an/ in diesem Jammertal,/ allwo ist nichts zu finden/ als lauter Not und Qual«, hieß es 1815 in einem Volkslied. Ein Säkulum musste vergehen, bis sich das deutsche Volk der Hohenzollern (und anderer Dynastien) entledigte. Ein Jahrhundert darauf treten sie wieder mit einer Dreistigkeit auf, die an ihrem Verstand zweifeln lässt.

Ihre Entmachtung 1918 und hernach zweimalige Enteignung war rechtens. Bei der ersten, nach dem Volksbegehren 1926, erhielten sie (schlimm genug) Entschädigung für Güter, die sie nie selbst bestellt hatten; bei der zweiten, nach dem zweiten mörderischen Weltkrieg, den sie mittrugen, wurden sie in Ostdeutschland (recht so) entschädigungslos davongejagt, ihre Schlösser zu Kinderheimen, Kliniken, Kunsttempeln. Nun will ein frecher Prinz, Ururenkel von Wilhelm II., Schlösser und Kunstschätze zurück, darunter Cecilienhof, wo die Alliierten 1945 ihren Sieg über den preußischen Militarismus besiegelten. Die staatsoffizielle Beerdigung des »Alten Fritz« 1991 in Sanssouci war schon eine Affront gegenüber Demokraten. Die geheimen Verhandlungen zu Rückübertragungen sind eine Attacke auf die Demokratie. Es ist Einhalt zu gebieten allen gierigen, verdorbenen, verlogenen Geschlechtern! Es sei denn, man will die Republik beerdigen.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!