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Popstars gegen Korruption

Demonstranten in Puerto fordern Rücktritt des Gouverneurs Rosselló nach diskriminierenden Äußerungen und Korruptionsskandal

  • Lesedauer: 2 Min.

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Ein in eine puerto-ricanische Fahne gehüllter Demonstrant wird bei einem Protest gegen die Regierung von Gouverneur Rosselló auf Händen in die Höhe gehoben
Ein in eine puerto-ricanische Fahne gehüllter Demonstrant wird bei einem Protest gegen die Regierung von Gouverneur Rosselló auf Händen in die Höhe gehoben

San Juan. Tausende Menschen haben in Puerto Rico gegen die Regierung des US-Außengebiets demonstriert. Bei einem Marsch zur Residenz des Gouverneurs Ricardo Rosselló in der Hauptstadt San Juan waren am Mittwoch auch prominente Puerto Ricaner wie der Schauspieler Benicio del Toro sowie die Musiker Ricky Martin, Bad Bunny und Residente dabei. Am späten Abend kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten. Diese setzten Tränengas ein.

Auch in New York, wo viele Puerto Ricaner leben, fand eine Kundgebung gegen Rosselló statt. Seit Ende vergangener Woche hatte es jeden Tag Demonstrationen in Puerto Rico gegeben, deren Teilnehmer den Rücktritt des Regierungschefs forderten.

Auslöser der Proteste war die Veröffentlichung zahlreicher Nachrichten einer privaten Gruppe des Messenger-Dienstes Telegram aus dem Zeitraum zwischen Ende 2018 und Anfang dieses Jahres. Darin äußerten sich Rosselló und einige Vertraute abwertend über verschiedene Menschen, darunter Politiker, Journalisten und Aktivisten. Manche der Aussagen waren frauen- und schwulenfeindlich sowie vulgär. Außerdem wurden Staatsangelegenheiten besprochen, obwohl nicht alle Mitglieder der Gruppe der Regierung angehörten.

Tweet des Journalisten David Begnaud zu den Protesten in Puerto Rico

Rosselló stand bereits zuvor wegen des langsamen Wiederaufbaus nach dem verheerenden Hurrikan María von 2017 unter Druck. Hinzu kam ein Korruptionsskandal, im Zuge dessen unter anderen die bisherige Bildungsministerin Julia Keleher vergangene Woche von der US-Bundespolizei FBI festgenommen wurde.

Rosselló schloss bei einer Pressekonferenz am Dienstag zum wiederholten Mal einen Rücktritt aus. Mehrere Mitglieder der Telegram-Gruppe, darunter auch der Vize-Gouverneur, räumten allerdings inzwischen ihre Posten. dpa/nd

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