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Hoch hinaus zu vertretbaren Preisen

Die landeseigene Howoge will an der Lichtenberger Brücke einen Wohnturm errichten

  • Von Nicolas Šustr
  • Lesedauer: 3 Min.

Das geplante neue Wohnhochhaus an der Lichtenberger Brücke soll ein Blickfang an der Frankfurter Allee werden. Einen Bauvorbescheid gibt es bereits, die Arbeiten sollen noch dieses Jahr beginnen. 64 Meter hoch soll sich das 22-geschossige Gebäude mit mehr als 390 Mietwohnungen schrauben, die Hälfte davon Sozialwohnungen. Bauen lässt die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Howoge. Mit Bezug auf die Hausnummer an der Frankfurter Allee hört das Projekt auf den Namen Q218.

»Ich habe mich in den letzten zwei Jahren regelmäßig erkundigt, wie der Projektfortschritt ist«, berichtet der Lichtenberger Bezirksbürgermeister Michael Grunst (LINKE). Er ist froh, dass nun der Baubeginn in greifbare Nähe rückt. »Die Howoge ist auch Klasse, was das Bautempo angeht«, lobt er das Unternehmen.

Bei der Howoge ist man stolz, dass der Bau nicht allzu kostspielig wird. »Hochhausbau ist zwar teurer als Geschossbau, aber bei Kenntnis der Kostenstellschrauben und Optimierung der Planung ist eine wirtschaftlich vertretbare Realisierung möglich«, erläutert Sprecherin Sabine Pentrop. Seit einigen Jahren beschäftigt sich das Unternehmen mit dem Thema. 2017 wurde innerhalb eines Architekten-Ideenwettbewerbs der Prozess angestoßen, den Prototyp eines wirtschaftlich optimierten Punkthochhauses zu entwickeln. »Bei den Planungen zum Q218 haben wir von diesem Wettbewerb bereits profitiert«, berichtet die Sprecherin.

»Wichtig ist, dass Hochhäuser von innen nach außen um einen wirtschaftlichen Erschließungskern entwickelt werden, der die Verkehrsflächen reduziert«, so Pentrop. Dabei sollte es möglichst wenig Fassadenfläche geben. Und auch auf die Höhe kommt es an. Wird eine 60-Meter-Obergrenze zwischen der Oberkante des Fußbodens vom Erdgeschoss bis zum obersten Stockwerk eingehalten, können äußerst teure Brandschutzvorkehrungen vermieden werden. Nach den bisherigen Regelungen ist auch kein Bebauungsplanverfahren nötig. »Ursprünglich war ein 100-Meter-Hochhaus an der Stelle geplant«, berichtet Grunst. Er bedauert es ein wenig, kann aber die wirtschaftlichen Gründe nachvollziehen.

»Ich finde es richtig, in die Höhe zu bauen, aber es kommt natürlich auf den Standort an«, erklärt der Bürgermeister. Am Bahnhof Lichtenberg sei die nötige Verkehrsanbindung auf jeden Fall gewährleistet, und auch stadtplanerisch sei es dort in Ordnung. Er könnte sich weitere Standorte für ähnliche Bauten im Bezirk vorstellen. »Das muss aber mit den Bürgern besprochen werden«, so Grunst. Hochhäuser und Lichtenberg gehören für ihn zusammen. »In unserem Bezirk steht ein Fünftel aller Hochhäuser Berlins«, sagt er.

Ein reines Wohnhaus wird das Q218 nicht. Knapp ein Zehntel der etwa 22 000 Quadratmeter Geschossfläche sind für betreutes Wohnen, Studentenwohnen oder Co-Working- Arbeitsräume vorgesehen. »Wir sind der Meinung, dass Hochhäuser in dieser Größenordnung nicht als reine Wohntürme gedacht werden können, sondern im Sinne von kleinen vertikalen Städten. Dafür ist die Durchmischung mit unterschiedlichen Nutzungen entscheidend«, so Pentrop. Ähnliche Vorgaben macht auch das in der Entwicklung befindliche neue Hochhausleitbild.

Gar nicht weit entfernt, an der Grenze zu Friedrichshain, arbeitet die Howoge an einem 64 Meter hohen Büroturm. Auf dem rund einen Hektar großen Areal an der Ecke Möllendorfstraße und Frankfurter Allee entstehen auch 251 Wohnungen. Der Verkehrslärm ließe ein Wohnhaus direkt an der Ecke nicht zu.

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