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Mit dem Aufbau des 1994 eröffneten BMW-Werks in Spartanburg/USA hatte Oliver Zipse noch nichts zu tun. Dort fiel die Entscheidung des BMW-Aufsichtsrats, den bisherigen Produktionsvorstand ab Mitte August an die Spitze des Münchner-Autokonzerns zu hieven. Spartanburg steht aber für die später von Zipse perfektionierte Strategie, die Produktion durch ein ausgeklügeltes Netz an weltumspannenden Produktionsstandorten weniger abhängig von Handelskonflikten und konjunkturellen Schwankungen zu machen. Spartanburg war eine direkte Reaktion auf das 1994 in Kraft getretene Nordamerikanische Freihandelsabkommen zwischen Mexiko, Kanada und den USA und sicherte BMW den zollfreien Zugang in die USA.

1994 war der gebürtige Heidelberger Zipse bereits bei BMW als Projektingenieur in der Technologieentwicklung tätig, nachdem er direkt nach seinem Abschluss als Diplom-Ingenieur mit 27 Jahren 1991 dort als Trainee angeheuert hatte. Danach ging es steil nach oben, er war unter anderem Leiter des Werks im britischen Oxford, wo die legendären Minis produziert werden, seit 2001 unter dem Dach von BMW.

2015 erklomm Zipse die zweithöchste Sprosse in der Unternehmenshierarchie, als er in den Vorstand berufen wurde, und zwar als Produktionsvorstand mit der Zuständigkeit für die größte Sparte des Konzerns, die auch anderen schon als Sprungbrett an die Konzernspitze diente. Das gilt für seinen direkten Vorgänger Harald Krüger ebenso wie für dessen Vorgänger Joachim Milberg und Norbert Reithofer.

Neben der Optimierung der Produktionsstandorte wird Zipse auch zugerechnet, dass er damit begonnen hat, die Produktion so aufzustellen, dass die Werke alle Antriebsarten bauen können, vom Verbrenner über Hybridautos bis zum reinen Stromer. Bei der Elektromobilität war BMW 2013 zwar mit dem i3 Trendsetter, nur dass der Trend nicht eintrat. Unter anderem daran soll Zipse ansetzen, denn BMW hinkt inzwischen hinterher und im ersten Quartal schrieb der Autobauer zum ersten Mal seit zehn Jahren rote Zahlen.

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