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Zwei deutsche Schwimmstaffeln lösen Olympiatickets

Auftakt der WM-Beckenwettbewerbe in Südkorea mit erstem Weltrekord / Einzige deutsche Sprungmedaille zum Ausklang / Wasserballer mal wieder im WM-Viertelfinale

  • Von Thomas Eßer und Christian Kunz, Gwangju
  • Lesedauer: 3 Min.

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Kein anderer Brustschwimmer schwimmt die 100 Meter unter 58 Sekunden. Adam Peaty schraubte den Weltrekord nun unter 57.
Kein anderer Brustschwimmer schwimmt die 100 Meter unter 58 Sekunden. Adam Peaty schraubte den Weltrekord nun unter 57.

Während sich der deutsche Schwimmstar, Weltmeister Florian Wellbrock, noch zum lockeren Plausch bei Pasta mit der Konkurrenz traf, hatten die deutschen Freistilstaffeln schon einen Haken hinter das Ziel Olympiatickets gemacht. Nach einem gelungenen Auftakt im südkoreanischen WM-Becken wollen die Schwimmer die mit zweimal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze bereits stattliche Halbzeitbilanz der deutschen Mannschaft weiter verbessern. Die Wasserspringer nutzten ihre letzte WM-Chance zu Bronze. Das Wasserballteam erreichte am Sonntag das Ziel Viertelfinale.

Nun aber liegt der Fokus ganz auf dem 10-Kilometer-Freiwasser-Champion Wellbrock, Marco Koch & Co. »Das Becken fühlt sich wahnsinnig schnell an, hoffentlich bestätigt sich das auch«, sagte Wellbrock.

Großbritanniens Olympiasieger Adam Peaty lieferte jedenfalls einen ersten Beweis. Der 24-Jährige schlug am Sonntag im Halbfinale über 100 Meter Brust in neuer Weltrekordzeit von 56,88 Sekunden an. Damit unterbot er seine eigene alte Bestmarke von den European Championships im vergangenen Jahr in Glasgow um 22 Hundertstelsekunden.

Am ersten Wettkampftag der Beckenschwimmer entthronte der australische Teenie Ariarne Titmus (18) überraschend die amerikanische Serienweltmeisterin Katie Ledecky über 400 Meter Freistil. Der unter Dopingverdacht stehende Chinese Sun Yang holte Gold über die 400-Meter-Freistil-Weltrekordstrecke des Magdeburgers Paul Biedermann. Nach dem WM-Titel brachte der zweitplatzierte Australier Mack Horton demonstrativ sein Missfallen über den unter Dopingverdacht stehenden alten und neuen Weltmeister zum Ausdruck. Er verweigerte Sun den Handschlag, boykottierte bei der Nationalhymne seinen Platz auf dem Podium und auch ein gemeinsames Siegerfoto.

Was das deutsche Team anbelangt, so ruhen in der Nach-Biedermann-Generation die Hoffnungen auf den Schultern des 21-jährigen Wellbrock, der derzeit größten deutschen Goldhoffnung. »Im Moment sind es 20 Prozent Druck und 80 Prozent Vorfreude«, beschrieb Wellbrock sein Gefühlsleben. Seine Freiwasser-Goldmedaille in der vergangenen Woche war der Startschuss für furiose Tage im Hafenbecken von Yeosu mit einem weiteren Titel, einmal Silber und zwei Bronzemedaillen. »Den Schwung probiere ich ein bisschen mitzunehmen, aber im Endeffekt ist es ein ganz anderer Wettkampf«, sagte der Magdeburger.

Annika Bruhn, Reva Foos, Julia Mrozinski und Jessica Steiger wissen bereits, wie es sich anfühlt, im Rennmodus vom Beckenstartblock zu springen. »Die Halle ist mega geil«, sagte Mrozinski nach dem gesicherten Quotenplatz über 4 x 100 Meter Freistil für die Sommerspiele in Tokio 2020. Im Finale belegte das Quartett Rang acht. Ihre männlichen Kollegen Damian Wierling, Marius Kusch, Josha Salchow und Christoph Fildebrandt verpassten dem Endlauf zwar, durften sich aber ebenfalls über den Olympiastartplatz freuen.

Die 28-köpfige deutsche Mannschaft mache einen sehr positiven Eindruck, sagte der 30-jährige Routinier Fildebrandt. »Da sind viele Junge dazukommen, die noch mal richtig Schwung mit reinbringen«, erklärte er und nannte Angelina Köhler. Die 18-Jährige freute sich bei ihrem WM-Debüt über den Einzug ins Halbfinale über 100 Meter Schmetterling und sprach von einem »Highlight«. Dass es für sie als 13. erwartungsgemäß nicht zum Finale reichte, konnte sie verschmerzen.

Am Samstag hatten Tina Punzel und Lou Massenberg die WM für die Wasserspringer mit der ersten Medaille abgeschlossen. Im nicht-olympischen Mixed-Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett waren nur die australischen Sieger und Kanada besser.

Die Wasserballer erreichten zum ersten Mal seit acht Jahren wieder die Runde der besten Acht bei einer WM. Das 25:5 gegen Südafrika war der höchste WM-Sieg einer DSV-Auswahl. Im Viertelfinale am Dienstag ist Weltmeister Kroatien der Gegner - und vermutlich Endstation. dpa/nd

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