Werbung

Seit' an Seit' gegen Muslime

Für Christian Klemm sind »Bild« und AfD eine Gefahr für Deutschland

  • Von Christian Klemm
  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Muslime nehmen den Deutschen Bratwurst und Schnitzel weg. Das zumindest suggeriert ein Text, der auf Bild.de erschienen ist. In dem Beitrag geht es um zwei Leipziger Kindertagesstätten, in denen kein Schweinefleisch mehr an die Kinder ausgegeben wird - aus Rücksichtnahme auf zwei muslimische Mädchen in der Einrichtung. Auch Süßigkeiten mit Schweinegelatine sind dort ab sofort tabu. In dem Kommentar zum Thema meint Ralf Schuler: »Wenn wegen zwei muslimischen Kindern alle anderen ihre Ernährung umstellen sollen, wird Minderheitenschutz zur Mehrheitsverachtung.«

Das Springer-Blatt spielt sich zum wiederholten Male als Gralshüter deutscher Geflogenheiten auf. Und die will man sich auf keinen Fall von Muslimen ausreden lassen, so der Tenor. Doch »Bild« geht es um mehr. Durch ihre gewohnt reißerische Art wird der Eindruck erzeugt, als ob sogenannte muslimische Invasoren drauf und dran wären, die Demokratie und Laizismus in Deutschland abzuschaffen. »Nicht nur elementare demokratische Prinzipien werden durch dieses Minderheiten-Diktat außer Kraft gesetzt, sondern auch die Trennung von Religion und Staat«, schreibt Schuler. Eine Nummer kleiner macht dieser Journalist es offenbar nicht.

Das hat auch die AfD bemerkt. Sie steht auf der Zuschauertribüne und spendet fleißig Beifall. Der Bundestagsabgeordnete Andreas Bleck fordert im Kurznachrichtendienst Twitter: »Keine Extrawurst für den Islam!« Er meint: »Der Verzehr von #Schweinefleisch gehört zu Deutschland, der #Islam hingegen nicht!« Auch Bundesvorstand Beatrix von Storch meldet sich zu Wort: »Mettbrötchen, Schweineschnitzel und nicht-halal Gummibärchen sind normal in Deutschland, alles andere ist nicht normal und wird auch mit der AfD niemals die Norm werden.« Dass zum Beispiel gläubige Juden und Jesiden ebenfalls kein Schweinefleisch essen, verschweigt diese Frau. Die sind nach ihrer Logik ebenfalls »nicht normal«.

Die Positionen von »Bild« und AfD liegen eng beisammen. Der Islam stellt für beide eine Gefahr für Deutschland dar. Dabei ist es genau andersrum: Das Boulevardblatt und die Rechtspartei sind die Bedrohung - und zwar für das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Religionen und Kulturen bei uns.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!