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Linkspartei fordert Aufklärung nach Tod eines Mannes in Gewahrsam

Mann wurde am Freitag nach einem Diebstahl vorläufig festgenommen / 32-Jährige hatte keinen Zugriff auf seine Medikamente

  • Lesedauer: 1 Min.

Erfurt. Der Tod eines 32-jährigen Algeriers in Polizeigewahrsam soll nach dem Willen der Thüringer Linksfraktion Thema im Justizausschuss werden. Man werde den Koalitionspartnern einen Fragenkatalog für den Justizausschuss vorschlagen, teilte ein Sprecher der Fraktion am Dienstag mit.

Der Mann war vergangenen Freitag nach einem Diebstahl vorläufig festgenommen und in eine Gewahrsamszelle in Erfurt gebracht worden. Dort fanden ihn Polizisten in der Nacht zu Samstag leblos vor und reanimierten ihn. Er starb wenig später im Krankenhaus. Der Mann hatte eine größere Menge Drogenersatzmedikamente mit sich geführt, sagte Oberstaatsanwalt Hannes Grünseisen am Dienstag. Auf die Medikamente hatte er in seiner Zelle keinen Zugriff.

Weil die Polizei festgestellt hatte, dass sich der Mann unerlaubt in Deutschland aufhielt sowie wegen des Diebstahls prüfte die Staatsanwaltschaft noch am Freitag ein beschleunigtes Verfahren, lehnte aber ab. Anschließend ordnete sie die Freilassung des Mannes an. Er habe allerdings so fest geschlafen, dass die Beamten ihn vorläufig in der Zelle am Hauptbahnhof ließen, sagte Grünseisen.

»Der Mann hätte nach der Anordnung der Staatsanwaltschaft unmittelbar freigelassen werden müssen«, sagte die Linken-Abgeordnete Sabine Berninger. Die Bundespolizei dürfe jemanden nicht einfach in Gewahrsam behalten, bloß weil er gerade fest schlafe. dpa/nd

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