Ein unausrottbares Hoffen

Die Schriftstellerin Brigitte Kronauer ist mit 78 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben - und hat noch einen großen Roman fertiggestellt

  • Von Irmtraud Gutschke
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Die deutsche Literatur verliert mit Brigitte Kronauer eine bedeutende Stimme, die man vielleicht nach ihrem Tod noch deutlicher hören wird. Es geschieht ja oft, dass Autorinnen und Autoren erst ganz in ihrer Größe sichtbar werden, nachdem sie gestorben sind. Brigitte Kronauer hatte wohl einen Ehrenplatz im Literaturbetrieb - mindestens 16 literarische Auszeichnungen bekam sie von 1985 bis 2017, darunter 2005 den Georg-Büchner-Preis. Doch hat sie sich nie auf irgendwelche Siegertreppen gedrängt. In ihrem Eigensinn ist sie immer auch eine Gewissenhafte gewesen, mit einer linken Haltung, die sie nicht zur Selbstvermarktung missbrauchte. Mit feinen Sensoren reagierte sie auf das Aufgesetzte, Falsche, das uns umgibt.

Am 29. Dezember 1940 in Essen geboren, in Bochum aufgewachsen, erlebte sie das Ruhrgebiet nach eigener Aussage als »magischen Ort«. Was womöglich auch mit dem Erzähltalent der Mutter zu tun hatte. Zwischen den verbotenen Trümme...


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