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Neue U-Bahnzüge sind nicht ganz dicht

Bei Starkregen muss »Icke« auf der U5 im Tunnel bleiben

  • Von Nicolas Šustr
  • Lesedauer: 2 Min.

»Weine nicht, wenn der Regen fällt - Tramtram, Tramtram«, werben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) für die Benutzung der Straßenbahn. Auf der U5 kann Starkregen jedoch dafür sorgen, dass jenseits des Tunnelabschnitts zwischen Alexanderplatz und Tierparks der Takt ausgedünnt werden muss. Betroffen sind die Züge der Baureihe Ik, die seit Oktober 2017 auf der Linie verkehren. Der Betriebsleiter der U-Bahn hatte verfügt, dass dieser Zugtyp bei Starkregenereignissen nicht mehr im Außenabschnitt zwischen Tierpark und Hönow fahren darf.

»Die Zugpersonale werden über die BT GmbH angewiesen, dass diese der Leitstelle sofort melden sollen, wenn es im Bereich zwischen den U-Bahnhöfen Tierpark (Tk) und Hönow (Hö) regnet«, heißt es in der »nd« vorliegenden Dienstanweisung. Die BT ist dabei das Tochterunternehmen Berlin Transport der BVG, beim dem die Fahrer der U5 beschäftigt sind.

Vor Kurzem war bei Starkregen Wasser in einen U-Bahn-Waggon eingedrungen und hatte die Brandmeldeanlage beschädigt, berichtet ein Mitarbeiter dem »nd«.

»Bis zu einer abschließenden technischen Klärung«, heißt es in der Dienstanweisung weiter, erfolge der Einsatz der auch »Icke« genannten Baureihe Ik ausschließlich auf den Umläufen zwischen Alexanderplatz und Kaulsdorf Nord. Werde Regen gemeldet, entfalle die Weiterfahrt über den Bahnhof Tierpark hinaus. Befinden sich Züge im Fahrgastbetrieb an der Oberfläche, müssten diese geräumt und die Klimatechnik ausgeschaltet werden. Hintergrund ist eine für Starkregen offenbar nicht ausreichend dimensionierte Dachentwässerung. »Betroffen sind aber nur die elf für die U5 ausgelieferten Züge des Baujahres 2017«, heißt es vom Personalrat.Es handele sich um eine vorläufige Maßnahme, »eher eine Kleinigkeit«. Beim Hersteller Stadler Pankow heißt es, dass das Problem bekannt sei und es behoben werde.

Bewegung gibt es bei der vom unterlegenen Bieter Alstom angefochtenen Entscheidung, den milliardenschweren Auftrag für den Bau von bis zu 1500 U-Bahnwagen an Stadler Pankow zu vergeben. Nach nd-Informationen hat die Vergabekammer die Beschwerde zurückgewiesen. Die zuständige Senatswirtschaftsverwaltung bestätigt nur, dass eine Entscheidung getroffen und diese am Dienstag förmlich den Beteiligten per Post zugestellt worden sei. Ist der Empfang bestätigt, beginnt die 14-tägige Frist, in der Alstom schließlich gegen dieses Entscheidung vor dem Kammergericht vorgehen kann. Ob das geschehen wird, ist unklar. »Alstom äußert sich nicht zu laufenden Ausschreibungen«, sagte Sprecherin Tanja Kampa auf nd-Anfrage. Schon jetzt ist die einst geplante Auslieferung der ersten Neubauzüge Mitte 2021 unrealistisch. Ein Prozess kann das Verfahren um Jahre verzögern.

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