In vollem Tempo Richtung Klippe

Britanniens Premierminister Boris Johnson riskiert in den Brexit-Verhandlungen einen »No-Deal« und hofft, damit seinen Gegnern den Wind aus den Segeln zu nehmen

  • Von Ian King, London
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Selbstvertrauen im Überfluss besitzt der neue konservative Premier Boris Johnson. EU-Austritt ohne Deal, ein katastrophaler Währungssturz, seit letzter Woche nur eine Einstimmenmehrheit im Parlament: Der Zögling der Eliteschule Eton und des Oxforder Rüpelvereins Bullingdon Club hält sich für ein über allen Gefahren schwebendes Sonntagskind. Schließlich haben auch seine dreisten Lügen die Volksabstimmung zugunsten des Brexits entschieden, seine Lachnummer-Amtszeit als Außenminister hat ihm weder in der Tory-Fraktion noch bei den Parteimitgliedern geschadet.

Das höchste Amt ist ihm trotzdem wie eine reife Frucht in den Schoß gefallen. Nach weiteren 80 Tagen wird entweder die EU zu Kreuze kriechen und Johnson einen besseren Austrittsdeal anbieten, oder Großbritannien wird austreten und damit seinem rechten Rivalen, Nigel Farage von der Brexit-Partei, den Wind aus den Segeln nehmen. Dann kann der Premier getrost Neuwahlen ausschreiben...

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