Waren alle immer schon so blöd?

Simon Weinerts »Tassilo, der Mumienabrichter« ist große Literatur (und auch Fantasy)

  • Von Jasper Nicolaisen
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Als der Science-Fiction-Autor Theodore Sturgeon gefragt wurde, ob nicht 90 Prozent der SF »crap«, also Mist oder Schund seien, stimmte er aus vollem Herzen zu, fügte aber gleich an, dass natürlich von allem anderen ebenfalls 90 Pozent einfach Mist sind. Diese Maxime wird auch »Sturgeon’s law« genannt. Für die Betrachtung der Fantasy-Literatur dürfen wie sie großzügig auf 95 Prozent ausdehnen.

In dieses Literaturland, wo die Schatten drohen, wagen sich nur die hartgesottensten Abenteurerinnen und Freizeithexer auf der Jagd nach seltenen Perlen, die nicht alle gesellschaftlichen und vor allem auch literarischen Entwicklungen der letzten 100 Jahre geflissentlich ignorieren. Wer in die spinnwebverhangenen Verliese und muffigen Urwälder dieser Gattung hinabsteigt, darf aber mit Schätzen wie Jack Vances »Lyonesse«, Ursula LeGuins »Erdsee« oder Susanne Clarkes »Jonathan Strange und Mr. Norrell« wieder ans Tageslicht kriechen, veritablen Jahrh...


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