Stets hat man unterwegs zu sein

Man ist mobil, weil man mobilisiert wird.

  • Von Franz Schandl
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Die siebziger und achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts erscheinen uns heute wie eine ferne Zeit. Ihre Konventionen haben mit dem Zeitalter der Mikroelektronik fast nichts mehr gemeinsam. Das ganze Kommunikationssystem wurde revolutioniert und die Verhaltensmuster wurden es ebenso. Und zwar innerhalb einer einzigen Generation. Jugendliche von 1980 hatten weder ein Handy noch einen Computer, für Jugendliche dreißig Jahre später ist ein Leben ohne Mobiltelefon gar nicht mehr denkbar.

Wir leben in einer Welt, deren Tempo praktisch befolgt, nicht jedoch geistig nachvollzogen wird. Bewegung ist ihr allmächtiger Modus, Dynamik ihr heiliger Rhythmus, Beschleunigung ihr ehernes Prinzip. Wer das nicht akzeptiert, wirkt weltfremd, wie aus einer anderen Zeit. Die Reflexion hinkt weit zurück, die auf den Reflex Trainierten haben keine Zeit, sich ihr zu widmen. Die Wie-Frage erledigt stets das Was und Warum. Könner sollen wir sein, nicht Kenner...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.