Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Deutschland konsequent inkonsequent

Martin Ling über den Widerspruch zwischen Umwelt- und Handelspolitik

  • Von Martin Ling
  • Lesedauer: 1 Min.

Die Maßnahme an sich ist folgerichtig: Wegen der beschleunigten Rodung im Amazonas-Regenwald legt das deutsche Umweltministerium die finanzielle Förderung von Waldschutz- und Biodiversitätsprojekten in Brasilien vorerst auf Eis. So will man Brasiliens rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro zum Wald- und Umweltschutz bewegen.

Es ist nicht anzunehmen, dass sich Bolsonaro von dieser Maßnahme zu einem Kurswandel drängen lässt. Mit der ausdrücklichen Billigung des Verbündeten der Agrarlobby wird derzeit der Amazonas abgeholzt, und zwar mit dem höchsten Tempo seit Jahren. Im Juni etwa wurden 920 Quadratkilometer gerodet und damit fast doppelt so viel Fläche wie im gleichen Monat im Vorjahr. Im Juli waren die Zahlen noch alarmierender, die Steigerungsrate lag bei 200 Prozent. Als eine seiner ersten Amtshandlungen hat Bolsonaro die Behörden zum Schutz von Natur und Indigenen und das Umweltministerium entmachtet. Vorfahrt für die Agrarlobby koste es, was es wolle.

Umso unverständlicher ist es, dass es Deutschland war, das bei den Verhandlungen zum Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem südamerikanischen Mercosur darauf gedrängt hat, keine harten Klauseln zur Durchsetzung des Pariser Klimavertrages festzuschreiben. Damit wurde Bolsonaro ermutigt, seinen rücksichtslosen Kurs fortzusetzen.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln