Blutopfer für Reichtum

Rituelle Kindstötungen - ein neu erfundenes Geschäftsmodell afrikanischer Heiler

  • Von Philipp Hedeman, Buikwe
  • Lesedauer: ca. 7.0 Min.
Robert (8) sollte rituell getötet werden. Er überlebte schwer verletzt. Mit seiner Betreuerin Harriet (24) lernt er jetzt wieder gehen.

Eine große Narbe zieht sich über Roberts Hals. Ein traditioneller Heiler schnitt dem sechs Jahre alten Jungen die Kehle auf. Sein Blut sollte den Hexenmeister und seinen Auftraggeber reich machen. Robert überlebte den Mordanschlag schwer verletzt, doch in Uganda fallen jedes Jahr Dutzende Kinder einem tödlichen Aberglauben zum Opfer.

Auf wackeligen Beinen müht Robert sich an der Hand seiner Pflegerin einen Hügel hoch. Alleine gehen kann er nicht. Zu tief hatte die Klinge des skrupellosen Medizinmannes sich in das Rückenmark des Jungen gebohrt. Zumindest hat Robert seine Stimme wiedergefunden. Nachdem er fast getötet worden war, hatte er über ein halbes Jahr nicht gesprochen. »Ich möchte Pilot werden«, sagt er mit leiser Stimme. Er spricht lieber über die Zukunft. Über das, was ihm widerfahren ist, möchte er nicht mehr reden.

Später erzählt Harriet Namubiru, Roberts engste Vertraute und Pflegerin, dass ihr Schützling vor zweie...

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