Italiens Süden blutet aus

Abwanderung aus dem »Mezzogiorno« lässt ganze Dörfer verschwinden

  • Von Anna Maldini, Rom
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Der Süden Italiens wird »Mezzogiorno« (Mittag) genannt, weil dann die Sonne besonders hoch steht und heiß vom Himmel brennt. Er umfasst die Regionen Kampanien (mit Neapel), Abruzzen, Molise, Apulien, Kalabrien, Sizilien und Sardinien und gilt allgemein als arm, rückständig und von der organisierten Kriminalität unterwandert, die nicht unerheblich zu diesem Tatbestand beiträgt. Jetzt hat das Forschungsinstitut Svimez seine neueste Studie über den Süden Italiens veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass die Probleme womöglich noch viel größer sind als bisher angenommen. Tatsächlich stirbt der Landesteil regelrecht aus. »Das wirkliche Problem des Südens sind nicht die Einwanderer, sondern die Auswanderer«, heißt es in dem Bericht.

Zwischen 2002 und 2017 haben mehr als zwei Millionen Menschen den Mezzogiorno verlassen, davon 132 000 allein im Jahr 2017. Und es gehen nicht irgendwelche Menschen: Über die Hälfte sind junge Erwachsene und...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.