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Wohnraum den Bedürfnissen anpassen

Rund um die Alzheimer-Erkrankung

  • Lesedauer: 4 Min.

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Fakt ist, dass Alzheimer deutschlandweit mit rund 1,2 Millionen Patienten eine Volkskrankheit und die häufigste Form der Demenz ist. Jedes Jahr werden 200 000 Menschen mit der bislang unheilbaren Erkrankung diagnostiziert.

Der größte Risikofaktor ist das Alter. Dementsprechend ist in den älteren Bevölkerungsgruppen der Kenntnisstand zur Alzheimer-Krankheit deutlich höher als in jüngeren Bevölkerungsteilen. 56 Prozent der über 60-Jährigen, aber nur 32 Prozent der unter 30-Jährigen haben das Gefühl, gut oder sehr gut über die Alzheimer-Krankheit Bescheid zu wissen.

Dem steht gegenüber, dass nach einer Umfrage der Krankenkasse DAK jeder Zweite Angst vor Alzheimer und Demenz hat. Bei älteren Menschen (58 Prozent) ist diese Sorge besonders ausgeprägt.

Bei Gedächtnisproblemen den Arztbesuch vorbereiten

Wer bei sich eine Verschlechterung des Gedächtnisses feststellt, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen. Es ist wichtig, früh und professionell abzuklären, was der Auslöser der Vergesslichkeit ist, um mögliche Ursachen zu behandeln oder im Falle einer Alzheimer-Erkrankung rechtzeitig mit einer Therapie zu beginnen.

Für viele Menschen ist es nicht einfach, offen mit dem Arzt über ihre Beschwerden zu sprechen, zumal die Zeit meist knapp bemessen ist. Hier kann eine Vorbereitung Abhilfe schaffen. Sehr hilfreich ist es, vor dem Besuch eine Liste mit Symptomen aufzustellen. Die Symptome können körperlicher Natur sein, wie Schmerzen oder Fieber. Sie können aber auch psychischen Ursprungs sein und Gedanken und Gefühle betreffen.

Auf welche Fragen besonders konzentrieren?

Folgende Fragen können beim Gespräch mit dem Arzt als Leitfaden dienen:

- Welche Beschwerden liegen vor?

- Wann begannen die Beschwerden?

- Um welche Tageszeit treten die Beschwerden auf und wie lange dauern diese an?

- Wie oft treten die Beschwerden auf?

- Wodurch verbessert oder verschlechtert sich der Zustand?

- Wie sehr schränken die Beschwerden im Alltag ein?

Darüber hinaus muss der behandelnde Arzt wissen, welche Medikamente eingenommen werden. Hierzu zählen sowohl verschreibungspflichtige Medikamente als auch frei verkäufliche Mittel wie Vitamine oder Augentropfen. Es empfiehlt sich, die Medikamente aufzuschreiben oder mitzubringen.

Auch empfiehlt es sich, ein Familienmitglied oder einen Freund um Begleitung bitten. Sollten Probleme mit der deutschen Sprache bestehen, ist es sinnvoll, jemanden mitzubringen, der übersetzen kann.

Den Wohnraum den Bedürfnissen anpassen

Die Alzheimer-Krankheit bringt viele Herausforderungen mit sich - sowohl für den Patienten als auch für seine Angehörigen. Ein nachlassendes Gedächtnis, eine Verschlechterung der Alltagsfähigkeiten sowie ein zunehmender Bewegungsdrang können auch in den eigenen vier Wänden zu Gefahrensituationen führen.

Ratsam ist es daher, den Wohnraum an die Bedürfnisse des Erkrankten anzupassen, damit er in einer sicheren Umgebung leben kann, ohne sich zu verletzen oder andere zu gefährden. Die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) gibt hierzu Tipps in ihrem Ratgeber »Leben mit der Diagnose Alzheimer«.

Alzheimer-Patienten sollten in ihrem Zuhause genügend Raum zur Bewegung haben. Dabei sollten Stolperfallen wie hohe Teppiche oder Elektrokabel auf dem Boden vermieden werden. Die Sicherheit auf Treppen kann durch Markierungen der Treppenstufen mit gelbem Klebeband oder der Montage eines zusätzlichen Handlaufs erhöht werden.

Das Weglaufen ist eine häufige Verhaltensweise

Eine häufig auftretende Verhaltensweise bei Menschen mit Alzheimer ist das Weglaufen. Da der Orientierungssinn bereits früh gestört ist, ist es für einen Patienten gefährlich, alleine unterwegs zu sein. Abhilfe schaffen können kindersichere Türgriffe und Alarmmatten vor den Türen. Es kann auch sinnvoll sein, eine Tür zu verbergen - zum Beispiel mit dem Bild eines Bücherregals.

Im Badezimmer verhindern Gummimatten oder rutschfeste Streifen am Dusch- oder Wannenboden Stürze genauso wie Haltegriffe an der Wand. Ein Stuhl oder Hocker in der Dusche sorgt für zusätzliche Sicherheit. Durch ein Markieren der Wasserhähne - rot für heiß, blau für kalt - und einer Heißwassertemperatur von unter 45 Grad können Verbrühungen verhindert werden. Ein erhöhter Toilettensitz kann den Stuhlgang einfacher machen.

Für die Küche gilt: Messer, Scheren und andere Utensilien, die gefährlich werden könnten, sollten weggeschlossen werden. Topf- und Pfannengriffe können zur Rückseite des Herdes gedreht werden. Ein Brandmelder und ein Feuerlöscher sorgen für zusätzlichen Schutz.

Entsprechende Kosten für sogenannte wohnumfeldverbessernde Maßnahmen können von der Pflegeversicherung bezuschusst werden. Hierfür muss allerdings ein Pflegegrad vorliegen. Pro Maßnahme stehen dann bis zu 4000 Euro zur Verfügung. AFI/nd

Die Broschüre »Diagnose-Verfahren bei Alzheimer - Ärztliche Tests im Überblick« und der Ratgeber »Leben mit der Diagnose Alzheimer« können kostenfrei bestellt werden bei der Alzheimer Forschung Initiative e.V., Kreuzstr. 34, 40210 Düsseldorf; Telefonnummer (0211) 86 20 660; Webseiten www.alzheimer-forschung.de/diagnoseverfahren und www.alzheimer-forschung.de/leben-mit-alzheimer

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