Lenín aufseiten der Multis

In Ecuador versuchen Kleinbauern und Indigene mit plebiszitären Mitteln, den Raubbau an der Natur zu stoppen

  • Von Knut Henkel
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.
Nebelschwaden gehören zum Alltag im Hochland von Girón – im Páramo von Quimsacocha verzieht er sich meist erst am späten Morgen, manchmal auch gar nicht.

Mit einem leichten Schlag der Machete spaltet Yhony Janzaguano die Kakaoschote in der Mitte. Mit einem knackenden Geräusch springt die Schote, in der die Kakaobohnen von weißem Fruchtfleisch ummantelt liegen, auf. Fruchtfleisch samt Bohnen landen in dem Blecheimer, den der stämmige Kleinbauer ein paar Meter weiter abgestellt hat. Nahezu täglich ist Yhony Janzaguano ab Ende Mai mit seiner Frau Eva auf der Suche nach gelb-orangefarbenen Schoten. »Die sind reif, alle anderen, ob grün oder rot, brauchen noch ein paar Tage oder Wochen, bis sie so weit sind«, erklärt der 55-jährige Ecuadorianer. Sein schwarzer Haarkamm ist von zwei ausrasierten Schädelflächen umgeben, die in der Sonne glänzen, die langsam höher steigt.

Es ist noch früh an diesem feuchten Morgen. Ein süßlicher Duft von Kakaoschoten, Obstbäumen und Bananen hängt auf der rund sieben Hektar großen Plantage im Cantón Balao in der Luft. Sie liegt nördlich der Provinzstadt Mac...

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