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Das Sterben der Gasthöfe

Mit Förderprogrammen sollen die Bundesländer klammen Wirten unter die Arme greifen

  • Von Hermannus Pfeiffer
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Gasthöfe sind Spiegelbilder ihrer Zeit. Dörte Hansen beschreibt wohl darum in ihrem erfolgreichen Roman »Mittagsstunde« das langsame Sterben eines Dorfgasthauses in Nordfriesland. In den 1960er und 1970er Jahren setzte die Landesregierung in Kiel - wie die anderer Bundesländer - eine »Flurbereinigung« durch, bei der die Felder zugunsten großer Schläge zusammengelegt wurden. Das veränderte die jahrhundertealte Sozialstruktur der Dörfer: »Wachsen oder weichen« hieß nun die Devise für die Bauern. Landflucht in die Städte setzte ein, gleichzeitig zogen gestresste Städter in die reetgedeckten Bauernhäuser. Als der Farbfernseher in die Wohnzimmer einzog, tranken die Männer ihr Feierabendbier lieber zu Hause. Der sonntägliche Kirchgang und damit der Frühschoppen im Gasthof starben aus. So verlor der Gasthof seine Funktion als Mittelpunkt des Dorflebens.

Das Gastro-Sterben setzte sich fort. Die Zahl der Gasthöfe sank zwischen 2011 und 201...


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