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Homecoming

André Poggenburg will die von ihm gegründete ADPM nach wenigen Monaten bereits wieder verlassen

  • Von Robert D. Meyer
  • Lesedauer: 2 Min.

Er wollte die AfD rechts überholen, seine eigene politische Revolution in Ostdeutschland anzetteln, nun gesteht er sein Scheitern ein: Knapp drei Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen verkündet André Poggenburg den Rückzug aus der von ihm zu Jahresbeginn mitgegründeten Kleinstpartei »Aufbruch deutscher Patrioten Mitteldeutschland« (ADPM). Am Montag teilte der 44-Jährige in einer Erklärung seinen Rücktritt als Vorsitzender mit, »nach ordnungsgemäßen Übergaben« wolle er die ADPM verlassen.

Anlass für den Bruch war ein außerordentlicher Parteitag am vergangenen Sonntag: Auf diesem hatten Poggenburg und zwei weitere Vorstandsmitglieder den Antrag gestellt, die ADPM solle doch nicht bei der Landtagswahl antreten, stattdessen Wahlkampf für die AfD machen und sich überdies sogar auflösen. Diesen Dolchstoß machten die anwesenden Mitglieder allerdings nicht mit, Poggenburg zog die Konsequenzen.

Wann der völkische Nationalist beschloss, das Projekt der eigenen Kleinstpartei zu beerdigen, ist unklar. Noch am 5. August beschwerte sich Poggenburg auf Facebook bitterlich darüber, die ADPM würde im Wahl-O-Mat zur Landtagswahl »tendenziös und mit einigen Halbwahrheiten« dargestellt.

Seine politische Karriere dürfte damit bald endgültig beendet sein. Dabei galt er noch vor zwei Jahren als rechte Hand Björn Höckes, war sowohl AfD-Landes- als auch Fraktionsvorsitzender in Sachsen-Anhalt. Sein Abstieg begann Ende 2017, als der Landtagsabgeordnete sich auf dem AfD-Bundesparteitag in Hannover erfolglos als Bundesvize bewarb. Schon damals zeigten sich deutliche Risse im Verhältnis zu Höcke.

Nachdem er sich anschließend durch diverse Skandale, Kritik an seinem Führungsstil und persönliche Streitereien mit dem eigenen Landesverband überworfen hatte, folgte nach dem Rückzug von allen AfD-Parteiämtern im Januar dieses Jahres der Austritt und die Gründung der ADPM.

Die völkische Kleinstpartei dürfte das Schicksal ihres Gründers teilen. Politisch ist sie völlig bedeutungslos - genau wie bereits André Poggenburg.

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