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Ein dickes Sorry für die Unruhe

Bildungssenatorin Scheeres rechnet nur noch mit 9500 fehlenden Schulplätzen bis 2021/22

  • Von Jérôme Lombard
  • Lesedauer: 3 Min.

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Neue Zahlen, neues Glück: Bildungssenatorin Scheeres hat für alle Schulkinder einen Platz.
Neue Zahlen, neues Glück: Bildungssenatorin Scheeres hat für alle Schulkinder einen Platz.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) geht aktuell davon aus, dass bis zum Schuljahr 2021/22 in Berlin bis zu 9500 Schulplätze fehlen werden. Das sagte die SPD-Politikerin am Dienstag nach der Sitzung des Senats. Die Senatorin korrigierte damit die bisher in der Diskussion kursierenden Prognosen, die von einem weit größeren Defizit ausgegangen waren.

»Es haben niemals 26 000 Schulplätze gefehlt«, sagte Scheeres. Es handele sich dabei um eine gesamtstädtische Maximalprognose, die kein realistisches Bild von der Situation in den einzelnen Bezirken wiedergebe. »Es tut mir leid, dass dadurch Unruhe entstanden ist«, sagte die Senatorin. Die Zahl unkommentiert herauszugeben, sei ein Fehler ihrer Verwaltung gewesen. Die neue, korrigierte Prognose berücksichtige nach Darstellung der Senatorin die Schülerzahlentwicklung sowie Zuzug, Schulneubauten und eine Erfahrungsquote, die sich an den Monitoringberichten aus allen zwölf Bezirken orientiere. »Das alternative Berechnungsmodell gibt eine realistische Einschätzung der Situation wider«, betonte Scheeres.

Die neue Modellrechnung geht zum Schuljahr 2021/22 von rund 6000 fehlenden Grundschulplätzen, von knapp 3000 zusätzlich benötigten Plätzen an Integrierten Sekundarschulen (ISS) und von rund 700 derzeit fehlenden Plätzen an den Gymnasien aus. Auch für die einzelnen Bezirke wurden die Zahlen nach unten korrigiert. War man in Pankow bislang von rund 2500 fehlenden Grundschulplätzen ausgegangen, liegt das Defizit im neuen Berechnungsmodell um 500 Plätze niedriger. Ein gleiches Bild zeigt sich bei den ISS. Wurde in Pankow bis dato ein Mehrbedarf von rund 1000 neuen Plätzen angegeben, wird nun von 740 fehlenden Plätzen bis 2021/22 ausgegangen.

»Über 18 000 Schulplätze haben wir bis zum Schuljahr 2021/22 bereits geplant«, so die Senatorin. Dabei handele es sich um die Maßnahmen aus der Schulbauoffensive, Modulare Ergänzungsbauten sowie bezirkseigene Erweiterungsmaßnahmen wie der Ausbau von Dachgeschossen.

Um das noch bestehende Defizit von 9500 Schulplätzen zu beheben, will Scheeres weitere Maßnahmen auf den Weg bringen. So sollen temporäre und kurzfristige Schulbaumaßnahmen ausgeweitet werden. Bezahlt werden sollen die zusätzlichen Container und Holzbauten laut Senatorin aus dem 100 Millionen Euro schweren Schnellbauprogramm des Senats. Nach den Schätzungen der Verwaltung könnten dadurch bis u 3000 weitere Plätze entstehen. »Ich möchte allen Eltern versichern, dass wir alles dafür tun, um schnell neue Schulplätze zu schaffen«, sagte Scheeres. Der Senat habe schon Vieles auf den Weg gebracht, müsse jetzt aber dringend nachjustieren. »Wir müssen noch schneller neue Schulplätze schaffen.«

Tom Erdmann, Berliner Landesvorsitzender der Pädagogengewerkschaft GEW, sieht keinen Grund für Optimismus. »Die neuen Zahlen von Frau Scheeres beruhigen uns nicht«, sagte Erdmann dem »nd«. Die Schulen seien jetzt schon übervoll und hätten zu Beginn des Schuljahres in der vergangenen Woche vielerorts wieder größere Klassen einrichten müssen. »Mit 28 Kindern in einer Grundschulklasse lässt sich gute Bildung nicht umsetzen«, monierte Erdmann.

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