Als die Tore geöffnet wurden

Über Ausreiser und Dableiber und die Frage, wer den Aufbruch von 1989 brachte.

  • Von Tom Strohschneider
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Wem gehört die Friedliche Revolution von 1989? Seit einigen Wochen diskutieren darüber ostdeutsche Wissenschaftler und Bürgerrechtler in der westdeutschen »Frankfurter Allgemeine« - und es geht nicht um die ostwahlkämpferischen Zumutungen einer rechtsradikalen Partei.

Angestoßen hat die Kontroverse der Leipziger Kultursoziologe Detlef Pollack mit der These, »das unmittelbare Signal zum Umbruch ging nicht von Gorbatschow aus, sondern von der massenhaften Abwanderung« von DDR-Bürgern. Der Mut »der wenigen Oppositionellen« dürfe nicht herabgesetzt werden, auch das schreibt Pollack - das darin schlummernde »Aber« jedoch ist auf heftige Abwehr gestoßen bei denen, die der Bürgerbewegung einen entscheidenderen Anteil am Aufbruch von 1989 zuerkennen wollen. Die Malerin und Bürgerrechtlerin Katrin Hattenhauer hat Pollacks Sichtweise der Wendedynamik als »kalkulierte, harte Diffamierung« gelesen. Auch die Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk un...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.