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Ernst Thälmann

Tragischer Held

Warum es wichtig ist Ernst Thälmann zu gedenken

Von Karlen Vesper

Wie kann es sein, dass er immer noch die Geister und Gemüter erregt? Dass Gedenken an ihn so schwierig erscheint? Die einen wollen Ernst Thälmann am liebsten totschweigen. Den anderen soll eine Würdigung am Ort der feigen Exekution vor 75 Jahren verweigert werden, weil man ihnen vorwirft, sie wollten dort Wahlkampf betreiben. So urteilte das Verwaltungsgericht Weimar im Fall der MLPD. Eine Kundgebung auf dem Gelände des ehemaligen KZ Buchenwald wird am Sonntag trotzdem stattfinden, veranstaltet von VVN/BdA und anderen.

In Berlin gibt es einen kleinen Thälmann-Park mit einem großen Thälmann-Denkmal von Lew Kerbel. Der rot-rot-grüne Senat meint, dass hier eine »Kommentartafel« nötig sei.

»Von der Parteien Gunst und Hass verwirrt, schwankt sein Charakterbild in der Geschichte« - Schillers Worte gelten auch für den KPD-Vorsitzenden, der am 18. August 1944 in Buchenwald erschossen wurde. Seine Mörder blieben in der Bundesrepublik unbehelligt. Gewiss, Thälmann irrte manches Mal, etwa als er 1923 Deutschland reif für eine proletarische Revolution erachtete (von Kreml und Komintern ermutigt) und den Hamburger Aufstand entfachte. Er agierte ungeschickt in der »Wittorf-Affäre« 1928 (Unterschlagung von Parteigeldern). Doch er führte die größte kommunistische Partei Westeuropas an, von deren Mitgliederzahl linke Parteien heute nur träumen können. Am 3. März 1933 fiel er der Gestapo durch Verrat in die Hände. Versuche, ihn aus dem Zuchthaus zu befreien, scheiterten. Stalin tauschte ihn nicht gegen Hitler-Generäle aus. Thälmann war ein tragischer Held. Vor allem aber ein Opfer des Faschismus, an den würdig zu erinnern ist, ungeachtet »der Parteien Gunst und Hass«.

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