Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
SPD

Heimliche Liebe: Politcasting

Alina Leimbach über die Vorsitzendensuche bei der SPD

Von Alina Leimbach

Castingshows sind aus unserer Zeit nicht mehr wegzudenken. Show, Streit, manchmal Tränen - und Zuschauerbeteiligung. Ein sicheres Erfolgsrezept. Auch die SPD macht sich nun dieses Prinzip bei ihrer Kandidat*innensuche für den Parteivorsitz zu eigen. Nur, dafür erntet sie bislang Spott: »Totales Fiasko« und »Farce« kommentieren Medien. Zu unbekannt die Kandidat*innen, echte »Politpromis« aus der ersten Reihe fehlten. Allerdings, vor einigen Monaten kritisierten die gleichen Kommentator*innen noch, dass die SPD am Boden liege und neue Ideen und eine Erneuerung brauche.

Jetzt ist eben doch noch ein herbeigesehnter A-Promi ins Rennen gestiegen: Finanzminister Olaf Scholz. Bätschi. Nur, jetzt mal im Ernst, ist der GoKo-Befürworter, Agenda-2010-Architekt und Schwarze-Null-Guru tatsächlich der Aufbruch, den die SPD braucht? Das kann man anzweifeln.

Doch das Gute ist: In dem Politcasting können sich die Zuschauer*innen und Mitglieder selbst ein Urteil darüber bilden. Dass der öffentliche Applaus leise ausfällt, ist dennoch klar: Keiner bekennt sich gerne zu seiner Castingleidenschaft, zu ordinär, »diese ganzen No-Names« - aber irgendwie wissen dann doch alle Bescheid. Die SPD könnte als Veranstalter auf jeden Fall davon profitieren: Wenn sie beginnt, endlich wieder öffentlich über ihren Kurs zu streiten - und dringend benötigte Zukunftsvisionen zu entwickeln. Wohin will sie in einer Zeit, in der der Schrödersche Kurs der »neuen Mitte« nicht mehr zu zieht? Im besten Fall schafft sie es so sogar, wieder sozialdemokratische Themen auf die öffentliche Agenda zu setzen.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung