Schnelle Wahl der alten Gesichter

Nach dem Tod des Präsidenten soll in Tunesien schon am 15. September gewählt werden

  • Von Philip Malzahn
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.
Regierungschef Youssef Chahed will mit seiner neuen Partei Präsident werden.

Eigentlich sollten die tunesischen Präsidentschaftswahlen erst im November stattfinden. Doch das Ableben des schwer kranken Präsidenten Beji Caid Essebsi Ende Juli hatte zur Folge, dass die Wahl auf den 15. September vorgezogen wurde.

Der Wahlkampf zur erst zweiten Präsidentschaftswahl seit dem Sturz des langjährigen Diktators Ben Ali im Zuge des arabischen Frühlings 2011 findet also im Schnelldurchlauf statt. Doch was auf den ersten Blick problematisch scheint, ist für viele Tunesier eine Erleichterung. Denn in den vergangenen Monaten kam es im ganzen Land, vor allem im ländlichen und strukturschwachen Süden, immer wieder zu Unruhen.

Die Lage ist auf vielen Ebenen vergleichbar mit den Jahren vor 2011. Die Wirtschaft schwächelt, die Arbeitslosigkeit ist hoch - besonders unter jungen Menschen. Existenzangst und Leistungsdruck hemmen die Freude darüber, dass Tunesien als einziges Land nach dem Arabischen Frühling den Übergang z...

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