Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Tischler, Ökonom - SPD-Chef?

ver.di.-Chefökonom Dierk Hirschel bewirbt sich gemeinsam mit der Parteilinken Hilde Mattheis um die Parteidoppelspitze

  • Von Jana Frielinghaus
  • Lesedauer: 2 Min.

Allzu viel weiß die breite Öffentlichkeit noch nicht über Dierk Hirschel. Der aufmerksamen Leserschaft dieser Zeitung dagegen wird sein Name durchaus geläufig sein. Denn von 2012 bis 2017 war er »nd«-Kolumnist. Jetzt bewirbt sich der Gewerkschafter gemeinsam mit Hilde Mattheis, Sprecherin des Forums Demokratische Linke 21 in der SPD (DL21), um den Vorsitz der darniederliegenden Sozialdemokratie. Das teilte Mattheis, profilierte Kritikerin der Großen Koalition und neoliberaler Wirtschaftspolitik, am Montag mit.

Hirschel hat vor seinem Studium der Volkswirtschaft eine klassische Ausbildung absolviert: Der 49-Jährige ist gelernter Tischler. Ab 2003 war er Chefvolkswirt beim DGB, 2010 wechselte er in den ver.di-Bundesvorstand, wo er den Bereich Wirtschaftspolitik, Europa und Internationales leitet.

Schon als 14-Jähriger engagierte sich Hirschel bei den Jusos, 1989 wurde er SPD-Mitglied. Bei der DL21 sei er seit mehr als fünf Jahren aktiv, sagt der Wirtschaftswissenschaftler im Gespräch mit »nd«. Was den Unterschied der Kandidatur Mattheis/Hirschel zu der anderer macht, die sich ebenfalls der Parteilinken zurechnen? »Wir haben eine andere Diagnose, was die Gründe der Krise der SPD betrifft, und demzufolge auch andere Therapievorschläge«, sagt der Gewerkschafter. Ursächlich seien die Arbeitsmarktreformen der Regierung Gerhard Schröders um die Jahrtausendwende. Die SPD müsse deshalb endlich wieder »die Partei der Arbeit werden«, fordert Hirschel. Es müssten Tarifverträge für alle und ein Mindestlohn von zwölf Euro her. Nötig sei ein Ausbau des Sozialstaats anstelle der Politik der schwarzen Null. Das sei auch finanzierbar, wenn man ein gerechteres Steuersystem schaffe.

Ähnlich haben sich allerdings auch andere Kandidaten geäußert. Und selbst Finanzminister Olaf Scholz hat schon nach zwölf Euro Mindestlohn gerufen. Mag sein, meint Hirschel. Doch insbesondere Hilde Mattheis, aber auch er selbst, verträten diese Forderungen nachweislich seit vielen Jahren und damit weitaus glaubwürdiger als die Mitbewerber.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln