Aggressive Hochkultur

Maya-Staaten führten Krieg bis zur Vernichtung des Gegners.

  • Von Andreas Knudsen
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Sie hatte lange Zeit das Image friedlicher Sternengucker, begnadeter Mathematiker und erstklassiger Baumeister. Doch in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts entzifferte Inschriften und neu entdeckte Bilder brachten dieses Bild von der Maya-Kultur Zentralamerikas ins Wanken.

Zu viele der Stelen berichteten von Kriegen und Hinrichtungen prominenter Gefangener. Diese Inschriften wurden zunächst so gedeutet, dass hier eine ritualisierte Form der Kriegsführung praktiziert wurde, bei der es darauf ankam, Vertreter der obersten Gesellschaftsschichten zu fangen und anschließend rituell zu opfern. Nur mit würdigen Opfern, so die Überlegung, konnten die Götter milde gestimmt werden und beispielsweise den lebensnotwendigen Regen gewähren. Eine andere Annahme war, dass erst gegen Ende der sogenannten klassischen Periode, also im neunten Jahrhundert, die Kriegsführung wegen knapper werdender Ressourcen ausgeweitet werden musste. Danach...


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