»Warnung, Neonazis«

Warum brauchte es in der entnazifizierten DDR eine Antifa-Gruppe? Stephan Martin hat sie mitgegründet und spricht über alte und neue Braune.

  • Von Fabian Hillebrand
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.
Plakat der Gruppe »Antifa Potsdam«

In drei ostdeutschen Bundesländern drohen Wahlerfolge der AfD. Was meinen Sie, als Gründer der ersten ostdeutschen Antifa-Gruppe, hat das mehr mit der Geschichte vor oder nach 1989 zu tun?

Die Leute verloren nach der Wende reihenweise ihre Jobs und viele Versprechen stellten sich als Luftschlösser heraus. Das verschärfte die Stimmung. Es gab aber schon in der DDR einen weit verbreiteten rassistischen Grundkonsens, der unter dem Teppich gehalten wurde. Unsere sowjetischen Freunde waren eben nicht unsere Freunde, das waren »die Russen«, der »Iwan«. Und wenn etwas geklaut wurde, dann waren es »die Polen«. Und als nach der Wende die Landschaften nicht zu blühen anfingen, wer bekam es ab? Zuerst die wenigen Ausländer. Dazu kam: Die westdeutschen Nazifunktionäre waren sofort im Osten, die waren auch schon während der DDR viel besser vernetzt als wir Linken und die vermeintliche »Mitte der Gesellschaft« gab es nicht oder sie hat sich irg...


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