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Lohnerhöhung für die Ärmsten

Regina Stötzel über die Diskussion um höheres Flaschenpfand

  • Von Regina Stötzel
  • Lesedauer: 2 Min.

Deutschland, insbesondere Bayern, vor allem aber die bayerischen Bierbrauer haben ein Bierkästenproblem. Das war bisher nicht in dem Maße bekannt, muss aber auch nicht groß interessieren, es gibt Wichtigeres.

Aber: Das deutsche Pfandsystem bietet, wenn auch aus ganz anderen Gründen eingeführt, eine Einnahmequelle für unzählige arme Menschen, insbesondere in den größeren Städten. Man kann es sogar als effektiven Beitrag zur Umverteilung von oben nach unten betrachten. Die, denen es auf ein paar Cent nicht ankommt, lassen die Überreste ihres Wegbiers irgendwo stehen, werfen sie in die Mülltonnen oder stellen sie im besten Fall griffbereit daneben. Die, die jeden Cent brauchen, sammeln sie ein. Für sie ist das Pfand, das im Supermarkt eingelöst wird, eine Möglichkeit für einen unsichtbaren Zuverdienst, der, anders als Kindergeld, Elterngeld oder andere Sozialleistungen, nicht mit Hartz IV verrechnet wird.

Dass dies so ist, ist ein Armutszeugnis für ein reiches Land wie Deutschland, wo natürlich niemand darauf angewiesen sein sollte, Pfandflaschen zu sammeln. Aber solange es so ist, bedeutet höheres Pfand - für die meisten nur eine einmalige Mehrausgabe beim Einkauf, die man später zurückbekommt - höhere Einnahmen für viele der Ärmsten. Und somit einen noch größeren positiven, wenn auch unbeabsichtigten Nebeneffekt.

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