Amazonien in Flammen

Alle Jahre in der Trockenzeit brennen riesige Regenwaldflächen. Alles begann mit dem Bau der Soja-Highways

  • Von Norbert Suchanek, Rio de Janeiro
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Seit Tagen brennt es wieder massiv in Amazonien - und auch im Blätterwald der Medien in aller Welt. Die Feuersbrünste seien so schlimm wie noch nie, lautet die Botschaft. Auch Prominente und Politiker twittern um die Wette. Und sie haben auch den Schuldigen ausgemacht: Brasiliens Präsidenten Jair Bolsonaro.

Doch was sind die Fakten? Feuer in Amazonien sind nichts Neues. Seit Jahrzehnten brennt es in der Region. Rinderfarmer, Kleinbauern, Landräuber und Bodenspekulanten nutzen die Trockenzeiten, um neue Weide- oder Anbauflächen durch Brandrodung zu gewinnen oder schlicht, um sich öffentliches Land anzueignen und dann weiterzuverkaufen.

Seit Jahresbeginn bis zum 28. August registrierte das für die Satellitenüberwachung zuständige nationale Institut für Weltraumforschung (INPE) 84 957 Brandherde in ganz Brasilien, rund 80 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Gut die Hälfte zählten die Forscher in der Amazonasregion im Norden u...


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