Konzertsaal der Unmenschlichkeit

»Mädchenorchester« - ein Musiktheater nach Briefen, Gedichten, Prosastücken von Überlebenden des Frauenorchesters Auschwitz

  • Von Stefan Amzoll
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.
»Mädchenorchester« – es musizierte zu den grausamsten und groteskesten Gelegenheiten

Das Stück hat keine Autorin, sondern unzählige davon. Susanne Chrudina, die »Mädchenorchester« für den Heimathafen Neukölln entwickelt hat, stützt sich vor allem auf Zeugenaussagen, Briefe, Gedichte, Prosastücke von Überlebenden Frauchenorchesters im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau - Material von Menschen, die das Grauen erlebt haben. Es kommt aus ihren Mündern und Körpern, den Instrumenten, die sie benutzten, aus der besseren Kleidung gegenüber anderen Häftlingen, den tausend Problemen und Fragen: Wo bin ich? Für wen spiele ich? Warum habe ich den Vorzug zu überleben, obwohl ich doch auch bloß eine Jüdin, eine Polin, eine Russin bin?

Das Stück ist Musiktheater und Schauspiel in einem. Episch angelegt führt es in einen Bereich von Auschwitz, der scheinbar geschmückt erscheint durch das Wort Kunst, das Wort Musik und den Glauben nährt, dass es ja vielleicht doch gar nicht so schlimm gewesen sei, was da geschehen ist. Orchester gab...

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