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Rosinen für alle

Anna Maldini über die neue italienische Regierung

  • Von Anna Maldini
  • Lesedauer: 2 Min.

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Giuseppe Conte, Ministerpräsident von Italien und designierter Premierminister
Giuseppe Conte, Ministerpräsident von Italien und designierter Premierminister

Jetzt steht sie also, die Regierung aus Fünf-Sterne-Bewegung und Sozialdemokraten. Gut ist, dass somit erst einmal Neuwahlen und der befürchtete Erdrutschsieg von Matteo Salvini und seiner Lega verhindert wurden. Gut ist auch, dass zumindest einige der menschenverachtenden Gesetze der letzten Regierung gekippt werden sollen und dass jetzt eine bessere Stimmung zwischen Rom und Brüssel herrschen wird, was auch der finanziellen Lage Italiens zugutekommen kann.

Weniger gut ist, dass keiner so genau sagen kann, was die neue Regierung eigentlich wirklich will. Die Punkte, über die auch die etwa 73 000 Gründungsmitglieder der Sterne abgestimmt haben, beinhalten alles, was das Herz begehren kann. Es fehlt nur noch »Frieden auf Erden« und »immer Sonnenschein« - aber ansonsten kann sich jeder seine Rosinen herauspicken. Die knapp 80 Prozent Zustimmung sind also nicht weiter verwunderlich, auch wenn niemand nachprüfen kann, wie sie zustande gekommen sind.

Viele Dinge muss man also abwarten: Wo will man das Geld finden, das notwendig wäre, um wenigstens einen Teil der Ziele zu erreichen? Wie wird sich das Verhältnis zwischen den beiden so ungleichen Koalitionspartnern gestalten? Wird man die alten Streitigkeiten wenigstens eine Zeit lang beiseitelegen können? Wird es gelingen, die Skepsis in der Bevölkerung zu überwinden und zumindest etwas Glaubwürdigkeit zu erringen? Letztlich bleibt also die Frage aller Fragen ungeklärt: Wird man tatsächlich regieren können?

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