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Mit dem Fraktionschef wählt die CDU ihre Zukunft

Mitregieren dürfen die Konservativen in Brandenburg nur, wenn sie ihre internen Querelen abstellen

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 3 Min.

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Michael Stübgen (r.) und Generalsekretär Steeven Bretz
Michael Stübgen (r.) und Generalsekretär Steeven Bretz

Diesen Dienstag will die CDU-Landtagsfraktion ihren neuen Vorsitzenden wählen. Es hängt für die Partei viel davon ab, wer es wird und ob die Sache mit Radau über die Bühne geht. Denn wenn bei der CDU keine geordneten Verhältnisse herrschen, disqualifiziert sie sich damit für eine Regierungszusammenarbeit mit der SPD. Am Montag war nicht herauszubekommen, wer nun kandidiert. Angeblich überlegte Jan Redmann. Aber gegen ihn würde Frank Bommert antreten. Wer sind die beiden Männer?

Redmann gehört zu den jungen und modernen Leuten in der CDU, so wie der bisherige Landes- und Fraktionsvorsitzende Ingo Senftleben, der stets zu Kanzlerin Angela Merkel hielt, auch in der Asylpolitik. Bommert wollte Senftleben nicht mehr haben und genauso lehnt er Redmann ab.

Bommerts Verbündete ist die Abgeordnete Saskia Ludwig. Jene Saskia Ludwig ist in der Vergangenheit unter anderem damit aufgefallen, dass sie umstrittene Gastbeiträge in der rechten Wochenzeitung »Junge Freiheit« veröffentlichte und mit dem AfD-Abgeordneten Steffen Königer bei einer Veranstaltung der AfD auftrat. Nachdem Königer in seiner Partei an den Rand gedrängt wurde und austrat, wollte Ludwig ihn für die Kommunalwahl am 26. Mai für eine bereits beschlossene Kandidatenliste der CDU für den Kreistag Potsdam-Mittelmark nachnominieren lassen, woraus allerdings nichts wurde, weil die Parteifreunde nicht mitspielten.

Vorläufig gelöst ist die Nachfolge von Senftleben in der Partei. Als kommissarischer Landesvorsitzender wurde am Freitag der Bundestagsabgeordnete Michael Stübgen vorgestellt. Der 59-jährige Theologe, der bereits seit 1990 im Bundestag sitzt, ist in der entstandenen Lage eine gute Wahl. Denn er ist ein sachlicher Typ, der sich in den Flügelkämpfen nicht exponiert hat und versöhnend und ausgleichend wirken kann.

Stübgens Name wird jetzt genannt, wenn es darum geht, wer in einer Koalition mit der SPD und den Grünen Minister, ja stellvertretender Ministerpräsident werden könnte. Nebenbei würde die CDU so ein Problem in der Landtagsfraktion entschärfen. Denn wenn Stübgen einen Ministerposten übernimmt und dafür sein Bundestagsmandat abgibt, dann würde Saskia Ludwig für ihn in den Bundestag nachrücken. Das würde das Konfliktpotenzial in der Landtagsfraktion reduzieren.

Damit ist aber noch nicht gesagt, dass Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) die von ihm gewünschte stabile Koalition mit der CDU und den Grünen bekommt. Denn dem Vernehmen nach möchten mindestens drei SPD-Abgeordnete lieber Rot-Rot-Grün, obwohl diese Konstellation nur über 45 der 88 Landtagsmandate verfügt und damit über die denkbar knappste Mehrheit von nur einer Stimme.

Außerdem ist hinter vorgehaltener Hand zu hören, dass die Grünen zu Rot-Rot-Grün neigen. Ihnen genügt es, in Sachsen mit der CDU zu koalieren. In Brandenburg etwas anderes zu versuchen, würde demonstrieren, dass die Grünen flexibel sind. Schließlich wollen sie auch für linke Wähler attraktiv bleiben, die sie zu sich herübergezogen haben. Weil das alles so ist, muss sich die LINKE darauf einstellen, möglicherweise zu Koalitionsverhandlungen eingeladen zu werden.

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