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Der Kabarettungsanker

Bertolt Brechts »Baal« am Berliner Ensemble, inszeniert von Ersan Mondtag

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Nosferatus aus Norm und Notwehr. Pappedick umhäutete Lemuren. Das gallige Grummeln von karikierten Zombies. Keiner hier ist ein wirkliches menschliches Wesen. Alle sind grell aufgeplustert oder nackt weiblich, in Ganzkörperanzügen, beschmutzt, gemergelt, das Hurenvolk als Proletenvolk, schichtmüde, ein verschmutztes Fleischrosa.

Wären wir in der Zeichnerwelt, es sähe aus, als betriebe George Grosz Schändungstraining gemeinsam mit Gerhard Haderer. Wir lesen im Totentanzbuch einer starren und doch haltlosen Gesellschaft. Typen, eingetaucht in Säuren der Überzeichnung - sie lösen sich auf in Kenntlichkeit. In der aber kein Leid nachschimmert, keine Ohnmacht. In lauter ungeliebten Herzen keine Folterspuren.

So inszenierte Ersan Mondtag im Berliner Ensemble jene Welt, in der »Baal« spielt. Mondtags Wille schuf auch Bühne und Bekleidung. Eine schmale Kleinstadtgasse. Ein Cabaret mit bühnenhoch gefülltem Schnapsflaschenregal. Ein Ho...


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