Werbung

Der Hurrikankoch

Der Starkoch José Andrés versorgt auf den Bahamas Tausende Hurrikan-Opfer und ist nicht gut auf Donald Trump zu sprechen

  • Von Moritz Wichmann
  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Starkoch und Unternehmer José Andrés mit Opfern des Hurrikans auf den Bahamas.
Starkoch und Unternehmer José Andrés mit Opfern des Hurrikans auf den Bahamas.

Normalerweise bekocht José Andrés in seinen mehr als einem Dutzend Restaurants in den USA die Besserverdiener, schick angezogen und frisch rasiert natürlich. Dieser Tage zeigt sich der prominente Koch und Unternehmer bärtig, mit Outdoorweste und Baseballcap seiner Organisation »World Central Kitchen«. Er kocht für die Opfer von Hurrikan Dorian auf den Bahamas.

Rund 70.000 Einwohner der nördlichen Bahamas sind derzeit obdachlos, nachdem der zweitstärkste je gemessene Hurrikan über die mehr als 1000 Inseln vor der Südostküste der USA gezogen ist. Der Starkoch kam 1990 mit nur 50 Dollar in der Tasche aus Spanien nach New York City, arbeitete jahrelang als Koch, eröffnete 2003 sein erstes Restaurant und brachte in den folgenden Jahren den Amerikanern das Tapas-inspirierte Konzept der »Kleinen Portionen« näher.

Aktuell kocht Andrés ziemlich große Portionen. Mehr als 100.000 Mahlzeiten hätten er und sein Team insgesamt auf mehreren Inseln verteilt, meldete er am Dienstagmorgen per Twitter. Das Konzept seiner Organisation ist es, auch mit Köchen lokaler, vom Hurrikan zerstörten Restaurants zusammen zu arbeiten. Andrés hatte die Organisation 2010 nach dem Erdbeben in Haiti gegründet.

Immer wieder ist die gemeinnützige Organisation nach Naturkatastrophen aktiv geworden. Nachdem die US-Behörden 2017 nach Hurrikan Maria die Hilfe für die stark gebeutelte Insel Puerto Rico vernachlässigten, wurde »World Central Kitchen« zu einem der wichtigsten Hilfeleistern. Auch in den USA hat Andrés immer wieder geholfen, so beispielsweise beim Regierungsshutdown zu Beginn dieses Jahres. Nahe des Weißen Hauses versorgte er zwangsbeurlaubte Regierungsmitarbeiter.

Auf Donald Trump war Andrés schon vorher nicht gut zu sprechen, er stoppte Pläne zur Eröffnung eines Restaurants in einem Trump-Hotel nach Trumps-Äußerungen über Mexikaner 2015. Ende August gab es für den Koch Probleme, zu Hause in New York. Er hatte offenbar einigen seiner Mitarbeiter weniger als den Mindestlohn gezahlt. Seine Entschuldigung? Ein Problem mit der Abrechnungssoftware.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!