Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Neonazis sagen Konzert in Themar ab

Thüringer Innenminister erwartet Ersatzevent in Kloster Veßra

  • Von Sebastian Haak
  • Lesedauer: 3 Min.

Eigentlich hatte an diesem Wochenende ein weiteres großes Konzert der Neonaziszene im thüringischen Themar stattfinden sollen. Doch das fällt nun aus. Was von der Veranstaltung übrig ist, findet wahrscheinlich anderswo statt. Nach Angaben von Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) haben die Veranstalter den zuständigen Behörden inzwischen schriftlich bestätigt, dass sie ihr für Freitag und Samstag geplantes Event nicht wie geplant auf einer Wiese am Ortsrand der Kleinstadt im Landkreis Hildburghausen stattfinden lassen werden.

»Das ist ein weiterer Erfolg für unsere Strategie im Kampf gegen rechts«, sagte Maier. Auf seiner Facebook-Seite bestätigte auch der Anmelder, dass das Konzert nicht wie geplant stattfinden wird. Er begründet das damit, dass zwei Bands »aus gesundheitlichen Gründen« ihre Teilnahme abgesagt hätten. Eine dritte, aus Russland stammende Band habe ein Einreiseverbot erhalten.

Aus Sicht des Innenministers ist die Absage ein Beleg dafür, dass die Vielzahl und die Kombination der Maßnahmen gegen Rechtsrockkonzerte Wirkung zeigt. Schon während des bislang letzten Neonazitreffens in Themar im Juli habe man »Wirkungstreffer« erzielt. Damals hatte die Polizei den Auftritt einer Band abgebrochen, nachdem diese verbotene Lieder gespielt hatte. Zudem hatten die Polizisten die auf dem Gelände befindlichen Alkoholvorräte beschlagnahmt, um das für die Veranstaltung verhängte absolute Alkoholverbot durchzusetzen.

Für besonders wirkungsvoll im Kampf gegen Rechtsrockkonzerte hält Maier die Arbeit der Taskforce im Innenministerium zum Versammlungsrecht. Bewährt hat sich seiner Ansicht nach auch das konsequente Einschreiten der Polizei bei Straftaten von Neonazis und das Sicherstellen der Pressefreiheit während der Konzerte, die in der Regel als politische Kundgebungen angemeldet werden. »Die werden nämlich überhaupt nicht gerne gefilmt und fotografiert«, sagte Maier.

Im Facebook-Video des Anmelders - augenscheinlich in Chemnitz gedreht - heißt es zwar, es sei noch nicht entschieden, wo die Ersatzveranstaltung für das Konzert von Themar stattfinden wird. Der Landesinnenminister betonte hingegen, für die Behörden sei klar, dass es als Ersatz ein kleineres Konzert in einem Gasthaus der rechten Szene in Kloster Veßra geben soll. Dieses werde aber nur am Samstag stattfinden. Diesen Zeitrahmen nennt auch der Anmelder in seinem Video.

Maier betonte, die Polizei werde auch bei der Ersatzveranstaltung mit ausreichend Kräften vor Ort sein, um Straftaten von Rechten zu unterbinden beziehungsweise zu ahnden. Die Szene werde auch diesmal nicht ungestört tun können, was sie wolle.

Die Region um Themar und Hildburghausen war in den vergangenen Jahren immer wieder Schauplatz von Rechtsrockkonzerten. Nach Einschätzung der Mobilen Beratung in Thüringen gegen Rechtsextremismus ist Thüringen mittlerweile zu einem Zentrum für Musikveranstaltungen von Neonazis geworden.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln