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Staatssekretärin beklagt Islamfeindlichkeit

Chebli: »Ich selbst erlebe Anfeindungen wie nie zuvor« / Sozialdemokratin bezeichnet sich selbst als »praktizierende Muslima«

  • Lesedauer: 2 Min.

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Sawsan Chebli (SPD)
Sawsan Chebli (SPD)

Berlin. Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli (SPD) beklagt eine wachsende Islamfeindlichkeit in Deutschland. Muslime gehörten nach Sinti und Roma zu den am stärksten abgelehnten Minderheiten in Deutschland, sagte Chebli der »Welt«: »Ich selbst erlebe Anfeindungen, wie ich sie zuvor nie erlebt habe. Meine Schwestern, die ein Kopftuch tragen, werden angegriffen, Kopftücher werden vom Kopf gerissen, Kopftuchträgerinnen angespuckt.« Auch auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt würden Muslime diskriminiert.

Sie kämpfe für ein »Deutschland ohne Rassisten, Antisemiten und Muslimhasser. Das stört alle, die ein homogenes Deutschland wollen«, erklärte die 41 Jährige mit Blick auf Reaktionen auf Beiträge im Kurznachrichtendienst Twitter: »Für sie verkörpere ich alles, was es aus ihrer Sicht nicht geben soll: eine Muslima, die für sich beansprucht, genauso Deutsche zu sein wie sie. Eine Muslima, die ein politisches Amt bekleidet und in diesem Land Karriere macht.«

Sich selbst bezeichnete die Sozialdemokratin als »praktizierende Muslima« und sagte: »Ich möchte, dass jede Frau frei entscheiden kann, ob sie das Kopftuch trägt oder nicht.« In der Einwanderungsgesellschaft biete das Grundgesetz eine »hervorragende Basis für die Verwirklichung unterschiedlichster Lebensentwürfe«. Sie wünsche sich »mehr Respekt für die Pluralität von Lebensentwürfen«, ohne gegenseitige Abwertung.

Lesen Sie hier das Interview mit Sawsan Chebli: Anstoß für mehr Engagement. Die Staatssekretärin hat das Landeskonzept gegen Antisemitismus mit erarbeitet.

Mit Blick auf wachsende Judenfeindlichkeit äußerte Chebli die Hoffnung, »dass sich noch viel mehr Menschen, Muslime wie Nichtmuslime, dem Kampf gegen Antisemitismus anschließen«. Sie habe in diesem Jahr am Al-Kuds-Tag eine proisraelische Gegendemonstration besucht. »Ich wollte mit meiner Präsenz zum Ausdruck bringen, dass Antisemitismus in Deutschland keinen Platz hat, dass das Existenzrecht Israels unantastbar ist«, so Chebli. »Ich kämpfe dafür, dass alle, auch Muslime, verstehen: Der Angriff auf Juden ist ein Angriff auf uns alle.« epd/nd

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