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Australien erstmals im Halbfinale

In einem lange spannenden Spiel gelingt den Boomers der erwartete Sieg gegen Tschechien

  • Von Oliver Kern, Shanghai
  • Lesedauer: 3 Min.

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Treffsicher: Australiens Patty Mills
Treffsicher: Australiens Patty Mills

Die deutschen Basketballer sind längst wieder aus China abgereist. Da trafen am Mittwochabend in Shanghai zwei Teams im Viertelfinale der Weltmeisterschaft aufeinander, die in der Vorbereitung den Deutschen noch klar unterlegen waren. Tschechien und Australien haben sich durchgesetzt, im Turnier die berühmte Schippe draufgelegt. Und nun würde einer von beiden sogar zu den besten Vier der Welt gehören, während die Deutschen nur 18. wurden.

Die Ausgangssituation war klar: Australien hatte all seine fünf Partien gewonnen, darunter auch gegen die Turnierfavoriten Litauen und Frankreich, die Tschechen dagegen hatten sich als einziges Team mit zwei Niederlagen ins Viertelfinale durchmogeln können. Doch wie zuvor schon die Serben und US-Amerikaner schmerzlich erfahren mussten, bedeutet die Favoritenrolle in diesen Tagen nicht mehr viel.

So war es schon fast nicht mehr verwunderlich, dass sich die Australier zu Beginn der Partie schwer taten, auch wenn im Duell der NBA-Spielmacher Tomas Satoransky und Patty Mills in der Anfangsphase klar der kleine Australier die Oberhand hatte. Mills traf vier seiner ersten fünf Dreipunktewürfe und klaute dem Tschechen Satoransky sogar den Ball direkt aus den Händen. Dafür konzentrierten sich die Australier in der Verteidigung zu sehr auf den tschechischen Star, während sie die Rollenspieler Patrik Auda, Jaromir Bohacik und Martin Kriz oft sträflich frei ließen. Die trafen dann gut genug, um die Partie zum 15:13 schnell zu drehen. Auch in der Folge fanden die Tschechen immer wieder in Schnellangriffen den direkten Weg zum Korb. Nur wegen ein paar leichter Ballverluste im Spielaufbau lagen die Europäer zur Halbzeit mit 30:33 knapp zurück.

Die Australier dagegen fielen zurück in ihr etwas überhebliches und damit einhergehend ungenaues Spiel, in das sie offenbar immer verfallen, wenn sie nichts anderes als einen Sieg von sich erwarten. Dabei waren sie von ihren Trainern zuvor gewarnt worden: »Wir haben die Tschechen beobachtet, und es ist kein Zufall, dass sie im Viertelfinale stehen. Sie spielen wirklich gut als Team zusammen«, hatte Chefcoach Andrej Lemanis vor der Partie im Shanghai Oriental Sports Center gessagt. Doch erneut schlichen sich Ungenauigkeiten ein.

Die hatte es bereits in der Vorrunde gegen Kanada und Senegal gegeben, bevor man gegen die Litauer und Franzosen hochkonzentriert und motiviert zu Werke gegangen war. Am Ende wurde jedes Spiel gewonnen - und immer erzielten die bereits für die Olympischen Spiele qualifizierten Australier mehr als 80 Punkte. Die offensiv wie defensiv sehr strukturiert und nie überhastet agierenden Tschechen aber hatten sich in der Verteidigung gut eingestellt, die Australier musste immer wieder nach neuen Lösungen suchen.

Die erste hieß, das Punktesammeln auf mehrere Schultern zu verteilen. Mit einigen NBA- und Euroleague-Spielern im Kader sind die Australier schließlich sehr schwer ausrechenbar. Ein paar Dunkings von Jock Landale, der beim litauischen Spitzenklub Zalgiris Kaunas spielt, dazu ein paar Dreipunktwürfe von Chris Goulding und eine intensivere Verteidigung als der Gegner - plötzlich stand es 55:43 für Australien. Tschechiens Trainer Ronen Ginzburg trat gegen die Bande und nahm eine Auszeit. Doch auch die brachte nicht mehr viel. Am Ende stand ein in der Höhe zu deutliches 82:70.

Die Favoriten hatten es also doch geschafft, wie das berühmte Pferd nur genauso hoch zu springen, wie es das Hindernis verlangt. Bei ihrer zwölften Teilnahme an einer Weltmeisterschaft gelang den Australiern somit erstmals der Einzug ins Halbfinale. Und es scheint sogar mehr möglich zu sein. Im Semifinale werden sie am Freitag in Peking auf Mitfavorit Spanien treffen. Den aktuellen Formkurven zufolge ist das keine unlösbare Aufgabe.

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