Der Charme einer Modelleisenbahn

Ohne Artistik, Glanz, Fantasie: »Orlando«, inszeniert von Katie Mitchell an der Berliner Schaubühne

  • Von Jakob Hayner
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Virginia Woolfs »Orlando« von 1928 ist eines der Bücher, die man immer wieder lesen kann. Die Leichtigkeit, mit der gesellschaftliche und literarische Konventionen parodiert und zugleich überflügelt werden, ist nach wie vor unübertroffen. Artistik, Glanz, Fantasie - in »Orlando« gibt es das alles.

Nicht nur hat der Protagonist die schönsten Beine der Welt, außerdem lebt er mehrere hundert Jahre und wechselt sein Geschlecht. »Orlando war eine Frau geworden - das ist nicht zu leugnen. Aber in jeder anderen Hinsicht blieb Orlando genauso, wie er gewesen war. Der Wechsel des Geschlechts, wenn er auch die Zukunft der beiden änderte, tat nicht das geringste, ihre Identität zu ändern.«

Die größten damit einhergehenden Schwierigkeiten - und daran hat sich bis in die heutigen Tage wenig geändert - sind juristischer Natur. Orlando muss sich mehrerer Gerichtsverfahren erwehren. »Die Hauptanklagepunkte gegen sie lauteten, (1) dass sie tot sei und ...


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