Tempo, Tempo, Tempo

»Schnell noch eine Glosse formuliert und eine Stellungnahme zur Zensur«: Der Filmkritiker Hans Feld und seine Artikel aus den zwanziger Jahren

  • Von Stefan Ripplinger
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Wenn er nach dem Krieg einmal nach Deutschland zurückkam, habe er sich bei Männern seines Alters stets gefragt: »Was hat er nach ’33 gemacht? Riecht die Hand nach Gas?« Das sagt der Filmpublizist Hans Feld (1902-1992) in Günter Peter Strascheks Dokumentarfilmmonument »Filmemigration aus Nazideutschland« (1975). In den zwanziger Jahren war Feld Chefredakteur der wichtigsten deutschen Kinozeitung, des täglich erscheinenden »Film-Kuriers«. Als Jude verfolgt, floh er mit seiner Familie erst nach Prag, dann nach London, wo er den Schrecken überlebte.

Deutschland war vor der Nazizeit ein bedeutendes Filmland und die Branche hart getroffen von den Verfolgungen des Regimes. Strascheks Dokumentation sammelte die Stimmen der Exilanten, bevor sie für immer verstummt sind. Anders als die vielen Exilforscher, die kommen sollten, interessierte er sich nicht nur für die Stars, sondern auch für die Cutter, die Sekretärinnen oder eben f...

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