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Notstand im Kreißsaal

Ulrike Henning hält ein Gesetz zur Stärkung der Geburtshilfe für überfällig

  • Von Ulrike Henning
  • Lesedauer: 1 Min.

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Ein Vater hält die Hand eines wenige Tage alten Jungen.
Ein Vater hält die Hand eines wenige Tage alten Jungen.

In den Kreißsälen stehen immer weniger Hebammen, fast die Hälfte von ihnen muss drei werdende Mütter gleichzeitig betreuen, so ein neues Gutachten. Der Deutsche Hebammenverband beklagt sogar die Praxis, dass in Kliniken häufig fünf oder mehr Geburten zu begleiten seien. Lange wurde an der Berufsgruppe gespart. Die Haftpflichtprämien für die Freiberuflerinnen unter ihnen steigen von Jahr zu Jahr. Im nächsten Sommer überschreiten sie die 9000-Euro-Grenze. 20 Fälle von Geburtsschäden ereignen sich pro Jahr - bei über 700 000 Geburten. Ein Haftungsfonds würde die Hebammen deutlich entlasten, steht aber nicht auf der Tagesordnung.

Am Horizont scheint die Möglichkeit der akademisierten Ausbildung für die Frauen auf. Noch ist der Widerstand von Bundesärztekammer, Kassenärzten und der Fachgesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe nicht überwunden. Die Ärzteschaft fürchtet offenbar ein Revival der Berufsgruppe, die doch in den letzten Jahren so »erfolgreich« zurückgedrängt wurde. Damit ist leider auch die Vorstellung von der Geburt als einem krankheitsähnlichen Ereignis gestärkt worden. Die akademische Ausbildung allein wird zur Aufwertung des Berufs nicht ausreichen. Neue Stellen an den Kliniken sind nötig, ihre Refinanzierung durch die Kassen oder auch die Entlastung der Hebammen von fachfremden Aufgaben - wie dem Putzen des Kreißsaals.

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