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Grundrente, die den Namen verdient

Jana Frielinghaus über Bertelsmann-Vorschläge gegen Altersarmut

  • Von Jana Frielinghaus
  • Lesedauer: 1 Min.

Die Befunde der am Donnerstag veröffentlichten Studie lassen an Klarheit kaum zu wünschen übrig. Sie sind allerdings weder überraschend noch neu. Vor zwei Jahren hatte die Bertelsmann-Stiftung in der Vorgängeruntersuchung schon einmal prognostiziert, dass die Zahl der im Alter »von Armut Bedrohten« auf ein Fünftel ansteigen wird. Die neue Prognose ist noch schlechter und stellt zugleich ein Best-Case-Szenario dar. »Von Armut bedroht« ist im Übrigen ein Euphemismus, denn wer monatlich 900 Euro netto für Essen und Wohnen hat, lebt auf Hartz-IV- Niveau.

Für wirtschaftsnahe Experten vom Schlage eines Bernd Raffelhüschen sagt ein solches Einkommensniveau hingegen »nichts über echte materielle Entbehrung aus«, wie er »Welt online« sagte. Leute wie er werden auch nach der neuen Veröffentlichung mitteilen, es gebe gar kein Problem, das bestehende Rentensystem sei picobello, und wer eine gesetzliche Rente zu erwarten habe, die nicht zum Leben reicht, müsse eben besser privat vorsorgen - frei nach dem Königinnenspruch »Wenn sie kein Brot haben, können sie doch Kuchen essen«. Dagegen klingen die Vorschläge der Studienautoren geradezu revolutionär. Sie sprechen sich für eine höhere, aber bedarfsgeprüfte Grundrente aus, die zudem auch Menschen mit deutlich weniger als 35 Beitragsjahren zugute kommen müsse.

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