»Arbeit ist immer politisch«

Stefano Lombardo wurde durch Deliveroo zum Radkurier. Auch nach der Verabschiedung des Konzerns fährt er noch Essen aus – in einem neuen Kurierkollektiv

  • Von Samuela Nickel
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.
Stefano Lombardo (l.) und Christopher Mäuer (M.) gibt es nur im Pop-up-Kollektiv. Der provisorische Bestelldienst liefert seit dem Wochenende Essen in Berlin aus, an dem Deliveroo sich vom deutschen Markt verabschiedet hat. Auch Christophe Chatrenet (r.) fährt seit Kurzem Lieferungen aus. Jetzt suchen sie weitere Unterstützung.

Wie viele Mahlzeiten haben Sie schon ausgeliefert, seitdem Ihr Kollektiv Amras existiert?

Wir hatten insgesamt um die 50 Bestellungen. Ich bin die meisten davon gefahren. Christopher macht das Dispatching, weil er bis vor Kurzem eine Verletzung hatte und deswegen nicht fahren konnte.

Vorher waren Sie bei Deliveroo. Wie ging es Ihnen, als Sie erfahren haben, dass sich der Konzern am 16. August aus Deutschland zurückzieht?

Wir haben davon erst am Montag davor erfahren. Für mich war das lustigerweise eine positive Überraschung. Es passiert gerade Aufregendes, Großes. Solche Ausnahmezustände regen mich an - es hat etwas von Aufbruchstimmung, Revolution.

Haben viele so reagiert?

Andere Menschen waren eher frustriert, keine Arbeit mehr zu haben. Aber für mich als Freelancer war das sowieso ein Leben, das ich für mich so gewählt habe. Meine Kündigungsfrist betrug nur zwei Wochen. Vor allem war es schwierig für mich, v...

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