Im Schatten des digitalen Wandels

Ist das Smart-City-Konzept eine Lösung für die Probleme großer Metropolen?

  • Von Oliver Kern, Shenzhen
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Diese Mieterhöhung wollte Joe Kelly nicht mitmachen. Sein Vertrag, der ihn im Monat 15 000 Yuan, umgerechnet etwa 2000 Euro, kostete, lief aus, und sein Vermieter wollte nun sogar 20 000 Yuan von ihm. Kelly könnte sich das leisten, aber eine 33-prozentige Steigerung war ihm zu happig. »Verhandeln brachte nichts, denn es gibt hier genug Leute, die 20 000 zahlen«, sagt Kelly. Also zog er in eine andere Wohnung im Stadtteil Shekou der Millionenmetropole Shenzhen. Die Episode liegt fünf Jahre zurück. Mittlerweile lebt Kelly schon in seinem vierten Apartment. Immer wenn ein Mietvertrag ausläuft, zieht er um. In seinem ersten Wohnblock zahle man mittlerweile schon 30 000 Yuan, sagt er.

Shenzhen liegt am Perlflussdelta in Südchina und war zwischen 1980 und 2010 die am schnellsten wachsende Stadt in der Menschheitsgeschichte. Staatschef Deng Xiaoping wollte die Wirtschaftspolitik liberalisieren und machte aus Shenzhen und anderen Städten ...

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