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  • Politik
  • ver.di-Chef Frank Bsirske

»Fridays for Future« sind »fixer als die 68er«

Ein Gespräch über die Kämpfe in 18 Jahren an der ver.di-Spitze, die Sprengkraft von Tariftreuegesetzen und warum er einem Bankmanager jederzeit wieder beide Mittelfinger zeigen würde.

  • Lesedauer: 2 Min.

Ver.di-Chef Frank Bsirske findet es richtig, dass die Jugendlichen von »Fridays for Future« bei der Lösung der Klimakrise auch das eigene Verhalten reflektieren. »Es ist doch gut, wenn die Leute nicht nur sagen, was die Politik machen soll, sondern auch überlegen, was sie selbst zum Klimawandel beitragen können«, sagte Bsirske in einem Interview mit »nd.DieWoche«. Die 68er-Studentenbewegung habe seinerzeit »eine Weile gebraucht, um festzustellen, dass das eigene Verhalten eine politische Dimension hat«. Gemessen daran seien diese Jugendlichen »sehr fix«, lobt Bsirske, der dazu aufgerufen hat, an den Klimademonstrationen am 20. September teilzunehmen.

Auch andere Kritik an den Klimaprotesten weist Bsirske, dessen Gewerkschaft rund 1,9 Millionen Mitglieder vertritt, zurück. So habe er nicht den Eindruck, dass die Bewegung »einen Tunnelblick« habe und »nur aufs Ökologische« schaue. »Die Vertreterinnen, mit denen wir gesprochen haben, wollten genau darüber reden: wie man das Ökologische mit dem Sozialen verzahnen kann.«

Bsirske steht seit 18 Jahren an der Spitze von ver.di. Beim Bundeskongress in Leipzig in knapp zwei Wochen wird der dienstälteste deutsche Gewerkschaftschef und einzige mit grünem Parteibuch seinen Abschied nehmen.

Drei Forderungen haben für ihn in Zukunft »absolute Priorität«: Stärkung der Tarifbindung, Kurswechsel in der Rentenpolitik, handlungsfähiger Staat. Ver.di verliert seit Jahren Mitglieder, zugleich sinkt die Tarifbindung stetig. Warum setzt die Gewerkschaft in dieser Situation nicht mehr auf Solidarität innerhalb der »1000-Berufe-Gewerkschaft«? Es habe, so der Bsirske, immer wieder gemeinsame Kundgebungen zum Beispiel von streikenden Postlern und streikenden Einzelhandelsbeschäftigten gegeben. Dennoch ist er skeptisch, wie weit dieser Ansatz trägt. Aus seiner Sicht schwingt »eine gehörige Portion Sozialromantik« mit bei der Vorstellung, »dass die einen so lange streiken, bis die anderen ihre Ziele erreicht haben«. nd

Das komplette Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von »nd.DieWoche«.

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