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Drohnenangriffe auf Ölanlagen

Huthi-Rebellen sprechen von Vergeltung für den von Saudi-Arabien geführten Krieg in Jemen

  • Von Philip Malzahn
  • Lesedauer: 2 Min.

In den vergangenen Monaten waren bereits mehrmals Ölanlagen in Saudi-Arabien durch Drohnen angegriffen worden, doch der Angriff am Wochenende war der bisher größte. Zwischen den beiden Standorten des staatlichen Ölkonzerns Aramco, die in der Nacht zum Samstag durch Drohnenangriffe beschädigt worden sind, liegen über 150 Kilometer Luftlinie. Das Ölfeld Khurais ist mit einem Fördervolumen von circa eine Million Barrel pro Tag eines der größten im Königreich. Die Raffinerie bei Abqaiq gehört zu den größten der Welt. Beide Standorte sind außerordentlich wichtig für die saudische Wirtschaft, die zu großen Teilen vom Export des Rohstoffes abhängig ist.

Nach Angaben des saudi-arabischen Energieministers, Prinz Abdulasis bin Salman, war die Hälfte der gesamten Produktion des Konzerns betroffen, geschätzt 5,7 Millionen Barrel Rohöl pro Tag. Verletzt wurde nach Angaben des Innenministeriums in Riad niemand.

Kurz nach den Angriffen bekannten sich die jemenitischen Huthi-Rebellen zu den Angriffen. Ein Sprecher der Huthis, Yahya Saree, erklärte in einer Fernsehansprache: »Diese Attacken sind unser Recht und eine Warnung an Saudi-Arabien: Wir werden unsere Ziele ausweiten.« Zudem bezeichnete er die Angriffe auf die Ölanlagen als Vergeltung für die von Saudi-Arabien geflogenen Luftangriffe auf die jemenitische Zivilbevölkerung.

Trotz des eindeutigen Bekenntnisses hat die US-Regierung Iran für die Angriffe verantwortlich gemacht. US-Außenminister Mike Pompeo schrieb am Samstag auf Twitter: »Inmitten der Rufe nach Deeskalation hat Iran jetzt einen beispiellosen Angriff auf die Weltenergieversorgung verübt. Es gibt keinen Beweis, dass die Angriffe vom Jemen kamen.«

Iran wies die Vorwürfe des US-Außenministers vehement zurück. Pompeos Unterstellungen seien absurd, unerklärlich und daher auch halt- und wirkungslos, sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi am Sonntag. Was in Jemen passiere, sei der Widerstand der Jemeniten gegen die Kriegsverbrechen der von den Saudis angeführten Militärkoalition, sagte der Sprecher laut Nachrichtenagentur Isna. Die US-Regierung wirft Iran vor, die schiitischen Huthi im Jemen-Krieg zu unterstützen. Diese wiederum bestreiten jeglichen Einfluss Teherans auf ihr eigenes Handeln.

Die Internationale Energieagentur (IEA) sieht nach den Drohnenangriffen keine Versorgungsprobleme. Vorerst seien die Märkte mit reichlich kommerziellen Beständen versorgt, teilte die IEA mit Sitz in Paris mit. »Wir stehen in Kontakt mit den saudischen Behörden sowie mit den wichtigsten Produzenten- und Verbrauchernationen.« Man verfolge die Situation in Saudi-Arabien aufmerksam, hieß es weiter. Mit Agenturen

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