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Das Reh als Sündenbock

Ein skurriler Vorschlag, aus Klimaschutzgründen mehr Wild zu jagen, stößt bei Waldexperten auf Unverständnis

  • Von Harald Lachmann
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Jeder dritte Quadratmeter in Deutschland ist waldbedeckt. Das ist gut so, denn Wälder sind unverzichtbare Verbündete im Kampf gegen den Klimawandel. Forscher der ETH Zürich errechneten unlängst, dass großflächiges Aufforsten die wirksamste Waffe gegen die globale Erwärmung ist. Denn Bäume binden große Mengen CO2. Umso mehr macht es betroffen, dass der Wald derzeit selbst am Klima leidet.

Doch blinder Aktionismus, wie ihn Bayerns Landtagsgrüne derzeit verbreiten, dürfte kaum der rechte Weg sein. Deren Fraktionschef Ludwig Hartmann bläst seit Kurzem zur verschärften Hatz auf Rehe im Wald. Denn gerade durch sie sieht er zunehmend den Klimaschutz gefährdet. Sein Argument: Weil sie junge Pflanzen verbeißen, behinderten sie eine natürliche Waldverjüngung. Das aktuelle Fichtensterben sei eine Folge davon, so Hartmann.

Allerdings strecken deutsche Jäger jährlich «weit über eine Million Rehe und damit mehr als je zuvor» nieder, wie de...


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