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»Wir töten uns gegenseitig«

Ex-Mudschahiddin-Kommandant und Juraprofessor Mohammad Naseem über Selbstbestimmung und Fremdherrschaft

  • Von Emran Feroz
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Herr Naseem, Sie kennen den Krieg in Afghanistan womöglich besser als viele andere, immerhin haben Sie auch selbst als Kommandant daran teilgenommen. Wie würden Sie den Konflikt kurz und knapp beschreiben?

Es handelt sich um einen Kampf unter Brüdern. Wir töten uns gegenseitig, und das schon seit vierzig Jahren. Der Machtkampf verschiedener Ideologien wird auf den Schultern der Afghanen getragen.

Was genau meinen Sie damit?

Es gibt in Afghanistan viele ideologische Importe, die ihren Ursprung woanders haben. Dies betrifft nicht nur die saudisch-wahhabitische Auslegung des Islams, sondern etwa auch den Kommunismus und Sozialismus in den 1980er-Jahren oder etwa die westliche Version der Demokratie, den Liberalismus und den Säkularismus. Nichts davon ist eine wirklich afghanische Erfindung.

Jedoch lassen sich heute Teile der afghanischen Gesellschaft in all diesen politischen Lagern und zahlreichen weiteren einordnen. ...


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