Kulturkampf von rechts

Marie Frank über den Umgang mit Feine Sahne Fischfilet

  • Von Marie Frank
  • Lesedauer: 2 Min.

Die Angriffe gegen die linke Punkband Feine Sahne Fischfilet reißen einfach nicht ab. Was bei anderen Musikern niemanden stört, wird bei den Jungs aus Mecklenburg-Vorpommern stets zu einem Riesenpolitikum aufgebauscht und für Auftrittsverbote oder ähnliches instrumentalisiert.

So würde niemand auf die Idee kommen, die Hürden für Deutschrockkonzerte zu erhöhen, nur weil die Bandmitglieder von Rammstein Discounterbier und Schnaps verteilen. Oder weil jemand im Publikum Sticker klebt. Aber bei Feine Sahne liegen die Dinge eben anders: Zum einen sind es Punks, und die kümmern sich bekanntlich nicht um Anstandsregeln, auch nicht in einer historischen Zitadelle. Noch viel wichtiger aber: Die Musiker sind antifaschistische Aktivisten, die sich mit all ihrer Kraft dem grassierenden Rechtsruck vor allem im Osten des Landes entgegenstellen.

Dass der unermüdliche antifaschistische Einsatz der Band rechten Politikern ein Dorn im Auge ist, ist nur logisch. Erschreckend ist der Fall der Zitadelle Spandau jedoch trotzdem: Zum einen zeigt er, wie viel Macht die AfD auf lokaler Ebene mittlerweile hat und wie erfolgreich sie sie in ihrem Kulturkampf von rechts auch einsetzt. Darüber hinaus lässt die einmütige Zusammenarbeit zwischen CDU und AfD erahnen, was in Zukunft auf antifaschistische Initiativen zukommen wird. Man mag von Feine Sahne Fischfilet halten was man will: Wenn sich die rechten Kräfte gegen sie vereinen, geht es nicht nur um sie - gemeint sind wir alle.

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