Der Verzicht der anderen

Probleme des Sozialstaats werden oft durch nicht-europäische Migranten erklärt. Das Gegenteil ist der Fall.

  • Von Ulrike Wagener
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Und wer setzt das jetzt um?« Fragen wie diese kommen immer wieder aus dem tatendurstigen Publikum, das sich in der vergangenen Woche zu der Konferenz »Great Transformation: Die Zukunft moderner Gesellschaften« in Jena zusammengefunden hatte, um gesellschaftliche Umbrüche zu debattieren. Konkrete Handlungsanweisungen sind bekanntermaßen nicht das Steckenpferd der Soziologie, doch die anwesenden Wissenschaftler*innen taten ihr Bestes, um der Gesellschaft, wie es Moderator Benjamin Seyd flapsig formulierte, »den Puls zu fühlen«.

Notwendig ist das allemal, in einer Zeit, in der das europäische Ressort für Migration mit »Schutz unseres europäischen Lebensstils« überschrieben wird, eine Gruppe junger Menschen keinen anderen Ausweg aus der Klimakrise sieht, als ihre Staaten zu verklagen, und der hiesige FDP-Chef einem Gutteil der Liberalen aus der Seele spricht, wenn er sagt: »Ich will nicht verzichten und will auch nicht, dass andere ve...


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